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Stadt und Kreis Darkehmen
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Daten-CD

 

 


Kirchspiel Darkehmen

 

Das Kirchspiel Darkehmen wurde 1615 mit dem Bau der ersten Kirche gegründet. "Die kirchliche Versorgung der deutschen und der der zahlreicheren litauischen Bevölkerung Darkehmens geschah zunächst von Szabienen aus. [...] Da die Bewohnerzahl Darkehmens schnell wuchs, die Entfernung von Szabienen zu groß, der Weg zur Kirche in der Zeit der Schneeschmelze und Ueberschwemmung durch die Angerapp für Darkehmen gesperrt war, so wurde dieser Ort zum Mittelpunkt eines hauptsächlich von Szabienen abgetrennten neuen Kirchspiels ausersehen. Das Holz zum Kirchenbau wurde frei aus den landesherrlichen Forsten geliefert, das Geld schossen die benachbarten Kirchspiele vor. [...] Eine aus dem Jahre 1738 stammende Beschreibung gibt uns ein deutliches Bild unseres ältesten Gotteshauses. Es war ein Fachwerkbau mit zwölf sechsteiligen Fenstern und stand etwa auf der Stelle der jetzigen Kirche. Wie heute war der Haupteingang im Osten, er führte durch eine Halle. Auf der Westseite befand sich einzweiflügeliges Tor. Der Stand des Grafen Dönhoff, des Amtes Gudwallen und die Sakristei (1705 erbaut), waren durch eigene Außentüren zugänglich. Das Kirchenschiff enthielt 171 Sitze. [...] Außerdem besaß die Kirche fünf Emporen. Vom Schülerchor aus gelangte man in den Glockenturm. Die Innenausstattung, wie sie die Beschreibung gibt, stammt erst aus der letzten Zeit der Kirche, da Darkehmen schon Stadt war: Ein mit Schnitzwerk und Malerei verzierter Altar in zwei Etagen und die 'schwarz gestrichene, mit einer Krone versehene Kanzel.' Die Orgel hatte sechs Register und kein Pedal [...]. In der dörflichen Zeit [vor 1725] sah es recht kläglich in der Kirche aus. Der Boden war halb bloße Erde, halb mit Steinen ausgelegt. Kirchliche Geräte haben gefehlt [...]."43)

1707 gehörten 44 Dörfer zum Kirchspiel.

"Die Kammer [in Gumbinnen] gab 1736 eine größere Summe, um die schlimmsten Bauschäden zu beseitigen, im Jahre 1741 war aber noch nichts geschehen! 1739 sah man verfaulte Schwellen, schiefe Wände und einen Turm, der jederzeit einzustürzen drohte. 1744 mußte er abgebrochen werden. Glocken und Uhr wurden für den Neubau verwahrt, den Friedrich Wilhelm I. 1739 bei seinem letzten Besuche der Stadt in Aussicht gestellt hatte. Vorläufig behalf man sich mit Ausbesserungen, ließ aber schon Steine und Holz zum Neubau anfahren. Am 16. August 1752 wurde der Grundstein auf dem heute sog. 'Kinderspielplatz' gelegt. Die alte Kirche wurde abgebrochen, da man die Baumaterialien wieder verwenden wollte. So mußten die Gottesdienste zuletzt in einer Scheune stattfinden. Am 15. September 1754 konnte die neue kirche durch den Erzpriester Hahn aus Insterburg eingeweiht werden. Sie war etwas größer als die alte Kirche. Die Eingangshalle lag an der Westseite, am Nordgiebel war die Sakristei, am Südende über der Kirchenstraße der Turm angebaut. Zu den alten war eine neue Glocke angeschafft worden. Die alte Königsberger Glockengießerfamilie Dormann hatte sie für 131 Taler geliefert. Der Stolz der Kirche war die neue Orgel, das alte Positiv wurde nach Kleßowen verkauft. Das neue Werk stammte aus der Tragheimer Kirche in Königsberg, 1753 wurde es vom Hoforgelbauer Casparini aufgestellt. Der alte Kirchenplatz blieb Kirchhof. Er war der Begräbnisplatz der deutschen Kirchspielsbewohner, die dafür ein 'Erdgeld' von 5 bis 10 Gr. zu entrichten hatten [...]. Die Vornehmen, so auch die Geistlichen, pflegte man bis um 1780 in der Kirche selbst zu begraben. [...] Nur die Litauer, welche die Beerdigungskosten nicht zahlen konnten, wurden auf den Kirchhöfen ihrer Heimatdörfer begraben."33)

1757 gehörten nur noch 23 Dörfer zum Kirchspiel. "Manche wüsten Dörfer waren nach der Pestzeit zu Vorwerken und dann zu anderen Aemtern und damit andern Kirchspielen geschlagen worden. Eine Reihe von Dörfern wurden ferner an das neu gegründete Kirchspiel Wilhelmsberg abgegeben."37)

1796 wurde eine zweite Pfarrerstelle geschaffen. Der Inhaber war zugleich als Diakon tätig, bis 1868 auch als Rektor an der Schule.

"Das alte Gotteshaus mußte 1836 'wegen der Unsicherheit und drohender Unfälle' geschlossen werden [...]. In den nächsten Jahren wurde es abgebrochen, da man die Steine wieder verwenden wollte. Im Frühjahr 1841 begann der Neubau auf dem Platze, wo die erste Kirche gestanden hatte. Dank eines königlichen Baugeschenks von 2500 Tlrn. wurde er schnell vollendet. Am 9. Oktober 1842 konnte das Gotteshaus durch den Generalsuperintendenten Dr. Sartorius aus Königsberg in Gegenwart vieler Behörden und Geistlichen eingeweiht werden. Auch Unverdorben war [aus Gumbinnen] herübergekommen und hielt die Festpredigt, die durch Chor und Festpsalmen umrahmt wurde. Die neue Kirche ist bedeutend größer als die alte. Die halbkreisförmige Apsis liegt im Westen, ihr gegenüber erhebt sich der 1892 als Dachreiter aufgesetzte Turm. Durch 12 große und je drei darunter befindliche kleine Fenster fällt das Licht in das mächtige Langhaus, das durch eine ebene Bretterdecke mit durchgehenden Dachbalken über dem Mittelschiff abgeschlossen wird. Den Altarraum deckt ein Tonnengewölbe, die Sakristei und das Archiv ein Kreuzgewölbe. Das Mittelschiff, zwei Seitenschiffe und zwei übereinanderliegende Emporen gewähren Raum für die Gemeinde. Die Gesamtkosten für den Bau betrugen 50000 Mark."44)

1868 trennte man das Rektorat von der Stelle des 2. Predigers ab, besetzte es aber auch weiterhin mit einem Theologen.48)

1912 gab es einen Pfarrer für die 6.200 Einwohner der Stadt und einen für die Landgemeinde mit 3.400 Einwohner sowie 10 Schulen mit 22 Lehrern. Es handelte sich um eine Kirche Königlichen Patronats.

Anlässlich einer Kirchenvisitation im Jahre 1910 wurde festgestellt, dass Verhandlungen über einen Neubau der Superintendentur und des fehlendes Dienstgebäudes für den zweiten Prediger schweben; es fehlt ein sehr nötiges Gemeindehaus. Die Orgel ist gut, obwohl die Pedalkoppel fehlte, wodurch der kirchliche Charakter des Orgelspiels beeinträchtigt wird . das Orgelspiel wird als besonders gut bezeichnet.

Zum Kirchspiel gehören 1912 folgende Orte (*  hinter dem Ortsnamen bedeutet, dass eine Schule vorhanden war):

 

Zur Frage des Litauertums hat Kreisschulrat Christoph Kairies (gest. 1951) aus Tilsit in einer im Auftrage des Reichs- und Staatskommissars für das Memelgebiet erstellten Dokumentation im Juli 1921 auf Grund einer Anfrage an die betreffenden Geistlichen festgestellt: "Keine Litauer mehr vorhanden; der litauische Gottesdienst ist schon vor 1887 eingestellt worden."


Pfarrer waren:

1615-1638 oder 1649: Johann(es) Groß, geboren in Insterburg als Sohn des Richters und Bürgermeisters Michael Groß57), der der Kirche zwei zinnerne Leuchter schenkte (Rogge, S. 13). War zuvor Pfarrer in Trempen. Ist noch bis 1638 in Darkehmen nachweisbar.

1649-1657: Friedrich Aldus. Geboren in Memel als Sohn des Diakons Johann Aldus.  Studierte seit dem 19.05.1642 in Königsberg/Pr. und wurde am 19.07.1647 als Pfarrer in Ischdaggen ordiniert. In Ischdaggen bis 1649/1650, danach in Darkehmen. Er schenkte der Kirche in Darkehmen einen Beichtstuhl mit seinem Bilde (Rogge, S. 13). Starb 1657 in Darkehmen.13)

1657-17.03.1701: Heinrich Vorhoff, * 13.12.1635 Ludwigswalde. "Er entstammte einem braunschweigischen Adelsgeschlechte. Sein Vater [Johann] hatte den alten Namen 'von Hoffenburg' abgelegt und war Pfarrer in der Nähe von Königsberg. Die Seelsorge Vorhoffs soll namentlich den Litauern gegolten haben, denen er selbst in der Woche gern die Gemälde an der Kirchendecke erklärte, welche die Glaubensartikel versinnbildlichten. Sein Sohn Christian Friedrich Vorhoff, der ihm [am 30.09.] 1698 im Tode voranging, war Adjunkt des Vaters seit 1695."31) Christian Friedrich wurde am 23.10.1698 in der Darkehmer Kirche beigesetzt. Heinrich Vorhoff schenkte der Kirche in Darkehmen einen großen silbernen Abendmahlskelch. Hatte das Gut Wertheinen und außerdem einen Krug nebst vier Hufen zu Grobienen erworben und doch konnte seine Witwe die geringen Kirchenabgaben nicht bezahlen. Vorhoff assistierte am 07.04.1699 Wolf Christoph v. Schlieben bei einer Visitation der Kirche zu Szabienen. Er starb am 17.03.1701 in Darkehmen. Über die ostpreußische Pfarrerfamilie Vorhof(f) berichten Lehmann/Böhmer: "[...] Joh. Vorhof, Pfarrherr in Ludwigswalde bei Königsberg, war ein Braunschweigischer von Adel gewesen und der erste, der von dieser Familie nach Preußen gekommen war. Derselbe hatte 3 Söhne, alle Geistliche, Joh. V., Pfarrer in Gumbinnen, Heinr. V., Pfarrer in Darkehmen und den nach seinem Vornamen und Amtsorte unbekannten Vater [des] Trempenschen Pfarrers, Christoph Vorhof. Der Pfarrer Joh. Vorgof in Gumbinnen hat auch die Familiennachricht hinterlassen, daß sein vater etliche Jahre Hausgenosse des zu seiner Zeit berühmten Dr. Derschau, Pfarrer zu Altstadt-Königsberg gewesen sei, unter dem er auch disputiret und seinetwegen die Stelle in dem nahe bei Königsberg gelegenen Ludwigswalde angenommen, um ihm nahe zu bleiben. Vorhof soll nämlich öftern und schweren Anfechtungen des bösen Geistes unterworfen gewesen, in denen ihn Niemand besser, denn Derschau habe aufrichten können."56)

29.08.1701-1709: Johann Reinhard (Reinhold) Schöning. Er war zuvor vorher Präzentor zu Wilkischken und starb 1709 in Darkehmen an der Pest.

1709-1710: Johann Wilhelm Vorhoff, Sohn des 1701 verstorbenen Pfarrers Heinrich Vorhoff. Er war vorher von 1690 bis 1692 Pfarrer in Kraupischken, Krs. Ragnit, und von 1692 bis 1709 Pfarrer in Enzuhnen, Krs. Stallupönen, und starb 1710 ebenfalls an der Pest. Seine Witwe lebte 1729 noch.

06.05. 1710-1710: Daniel Funck aus Insterburg. Auch er starb 1710 in Darkehmen an der Pest, "nachdem er trotz der furchtbaren Zeit noch einen etwa 60 preußische Mark kostenden Einführungsschmaus von der Kirchenkasse erhalten hatte."32)

25.01.1711-1729: Christian Inselmann, ebenfalls aus Insterburg gebürtig. Er war zuvor litauischer Präzentor in Insterburg. Er war in seinem Amte treu und fleißig und ein tüchtiger Prediger. "Als Inselmann 1729 [in Darkehmen] starb, ging es seiner Witwe sehr schlecht. 1730 schrieb der Insterburger Erzpriester, er habe 'es nicht ohne Mitleiden ansehen können und aus dem Munde der sehr winselnden Frau Pfarrerwitwe Inselmann anhören müssen, wie selbige mit ihren noch unerzogenen Kindern recht elend und miserabel sich behelfen müsse.' [...] Da Vorhoffs Witwe noch lebte, mußten sich beide ins Pfarrwitwenhaus und -land teilen."34)

11.09.1729-1730: Christoph Schöneich (* 18.03.1696 Königsberg + 14.04.1762 Königsberg). "Bis 1714 Besuch des Friedrichskollegs in Königsberg. Am 26.9.1714 an der Universität Königsberg und am 8.6.1720 an der Universität Jena immatrikuliert, am 27.9.1720 an der Universität Halle immatrikuliert, Theologiestudium. Am 19.6.1721 Magister der Philosophie in Jena. Am 5.7.1721 als Magister an der Universität Königsberg immatrikuliert. 1724 kurz in Halle. Am 5.11.1724 in Berlin ordiniert, Feldprediger in Berlin und beim Egelschen Regiment in Wehlau/Ostpreußen."51) 1724 bis 1729 Feldprediger beim Kürassier-Regiment von Heising (Nr. 8) in Wehlau. "Da er die litauische Sprache nicht verstand, ging er schon nach einem Jahr [1730] als Dom-Diakonus [und 2. Pfarrer am Dom] nach Königsberg (introduziert am 4. Sonntag nach Epiphanias, also am 29.01.1730), wo er bis zu seinem Tode am  14.04.1762 blieb".9),10) Er hatte zwei Brüder: Samuel und Theodor Schöneich. Samuel, mit dem er sich 1743 verfeindete, wurde 1730 sein Nachfolger in Darkehmen. Eine Tochter Maria Helena heiratete am 12.08.1753 im Königsberger Dom den Königlich Preußischen Criminalrat Johann Adam Gregorovius.54)

07.05.1730-Dezember 1731: Samuel Schöneich (* 1702 Königsberg + Juli 1750 Joneikischken), ein Bruder seines Vorgängers. "Am 30.9.1723 an der Universität Königsberg und am 15.5.1725 an der Universität Halle immatrikuliert, Theologiestudium. 1725 Informator an der Lateinischen Schule in Halle. Am 13.12.1728 in Königsberg ordiniert. 1729 Pfarrer in Mehlkehmen. 1730 Pfarrer in Darkehmen, Dezember 1731 wegen eines 'Groben Exzesses' entlassen. Präzeptor in Heinrichswalde [...]. Nach 1 1/2 Jahren Präzeptor in Joneikischken, dort anscheinend Spannungen zwischen ihm und dem Ortspfarrer."53) War seit 09.01.1729 (1. Sonntag nach Epiphanias) Pfarrer in Mehlkehmen, Krs. Stallupönen und heiratete am 31.08.1729 Sibylla Agnes geb. Poelck.  Kam 1730 nach Darkehmen. "Amtsvergehen brachten ihm [1731] den Abschied, und er war froh, als Präzentor in Heinrichswalde, später in Neukirch [Joneikischken, Krs. Niederung] ein Unterkommen zu finden, wo er [im Juli] 1750 starb." 8), 20), 35) Im Archiv der Franckeschen Stiftungen zu Halle (Saale) liegen Aktenauszüge, "die Beschuldigungen gegen S. Schöneich in Darkehmen betreffend, er habe zwei Mägde geschlagen und beherrsche die litauische Sprache ungenügend" und ein Brief Schöneichs aus Joneikischken vom 26.08.1743 vor, in dem er über seine Erkrankung und seine Familienverhältnisse berichtet, insbesondere über seine Kinder, für deren Ausbildung er Wünsche äußert. Offenbar in diesem Zusammenhang steht die oben bereits erwähnte Auseinandersetzung mit seinem Bruder Christoph.52)

1732-1774: Christian Vlochatius (Wlochatius). Aus Tilsit. "[...] war kein Kanzelredner und dabei sehr habgierig. In den letzten Jahren konnte er sein Amt kaum noch ausüben, da er 1770 einen Schlaganfall erlitt. Er starb 1774."36) Heiratete 1734 in der Sackheimer Kirche in Königsberg Jgfr. Euphrosina Dorothea Gottschedin.15)

1774-22.04.1783: Johann Friedrich Koch (* Darkehmen). "Nachdem er Katechet am Zuchthause zu Königsberg gewesen war, wurde er 1774 Vlochatius' Nachfolger.39) War von 1771 bis 1774 Pfarramtsadjunkt in Darkehmen. Trat für die 1782 erfolgte Gründung der sog. "kleinen" oder "Mädchenschule" ein, die die Vorläuferin der späteren "Volksschule" wurde. Ihm gehört "das Hauptverdienst, diese Trennung [zwischen Stadtschule und "Mädchenschule", der späteren Volksschule] herbeigeführt und dadurch die Leistungen der Stadtschule gehoben zu haben. [...] Ein späterer Pfarrer sagte von ihm: 'Er war ein feuriger, auf strenge Pflichterfüllung seiner Untergebenen haltender Mann.' [...] Er starb 1782."38)

1783-1795: Carl Wilhelm Glogau, "geboren in Ballethen den 17. Februar 1745. Er war vorhin Pfarrer in Szabinen und wurde Dom. 2. p. Trinitatis 1783 [=29.06.1783] hier introducirt. Sein Tod erfolgte den 21. Mai 1795."21) Hinterließ bei seinem Tode Witwe und acht Kinder in sehr bedrängten Verhältnissen.40)

1796-1816: Friedrich Martin Naugardt, "geboren in Pillupönen [15.11.1763 Wischwill?], kam von Labiau, wo er litthauischer Pfarrer und zweiter deutscher Prediger gewesen war [Ordination 14.09.1787], hieher und wurde Dom. Palm. 1796 [=20.03.1796] hier introducirt. Er starb den 27. September 1817."21) Nach VFFOW 11 war er in Labiau Diakon und 2. litauischer Pfarrer. Dort wird er 1798 als Mitglied der von Karl Friedrich Bahrdt gegründeten Deutschen Union oder der "Gesellschaft der 22 verbündeten Männer", eines aufklärerischen Geheimbundes, der sich allerdings schon 1789 aufgelöst hatte, genannt.50) Auf seinen Antrag erfolgte 1796 die Gründung der 2. Predigerstelle in Darkehmen. In seine Amtszeit fällt die Anlage des neuen Kirchhofs, der, nachdem erste Verhandlungen bereits 1788 geführt wurden, am 17.10.1808 eingeweiht wurde.41)

18.03.1817-1836: Christian Friedrich Unverdorben. Geboren am 11.09.1772 in Lyck. Theologie-Studium an der Universität Königsberg seit 1789. "[...] ward den 31. Januar 1803 ordinirt, hierauf den 20. März d. J. als Diaconus und Rector in Stallupöhnen und den 25. Januar 1808 als Pfarrer in Szabinen introducirt."21) Bis 1812 Pfarrer in Szabienen, danach Seminardirektor am Lehrerseminar Karalene.16) Wurde am 16.03.1817 als Pfarrer in Darkehmen eingeführt und am 10.05.1821 zum Superintendent der Diözese Darkehmen bestellt. Er führte 1818 die evangelische Union in Darkehmen ein.42) In der Sakristei der Darkehmer Kirche hing sein Bild. 1836 wurde er zum Konsistorialrat bei der Regierung in Gumbinnen ernannt.17) Gestorben ist er 1850 als Konsistorialrat in Gumbinnen.

1836-1848: Otto Leo Cäsar Girod. * 1803 Omschken. Studierte Theologie an der Universität Königsberg seit Michaeli 1823. Ordinierung 1830 in Königsberg. Bis 1836 2. Pfarrer in Darkehmen (s.u.).18) In seine Zeit fällt der Bau der neuen Kirche.

1849: Johann Eduard Fuchs, Pfarramtskandidat und Kantor in Ragnit, wird die interimistische Verwaltung der erledigten Pfarrstelle übertragen (VFFOW 70, 194). Danach von 1850-1855 Diakon und 2. (litauischer) Pfarrer in Labiau und von 1855-1884 Pfarrer in Bilderweitschen.

16.12.1849-1868: Rudolf Andreas Zippel (* 30.11.1813 Kallninken + 19.02.1894 Drucken). "Als die Pfarrerstelle im Revolutionsjahr 1848 wieder vakant wurde, geschah die Besetzung unter ungeheurem Tumult [...]. Weder die Regierung noch die beiden Parteien der Bürger konnten ihre Kandidaten durchsetzen. Schließlich einigte man sich auf den Pfarrer Rudolf Zippel aus Memel."45) Dort war er seit 1845 2. Pfarrer an der Litauischen Kirche. Er hatte die Redaktion der am 04.07.1849 erschienenen ersten litauischen Zeitung "Lietuwininku Prietelis" (Der Litauerfreund). "In der ersten Nummer wurde sie mit einem überaus braven, königstreuen Programm vorgestellt. Davon aber abweichend zeigten schon die folgenden Artikel, daß es sich um eine demokratisch-bürgerliche Zeitung handelte. Nach der verunglückten Revolution von 1848 gab es eine reaktionär-konservative Aufsicht über die Zeitungen und der Redakteur fürchtete nicht ohne Grund um sein eigenes wie auch seiner Zeitung Schicksal. Und so kam es dann auch. Am 16. Dezember wurde er als Pfarrer nach Darkehmen versetzt - und damit der Zeitung ein Ende bereitet."14) In dauerhafte Ungnade ist er jedoch nicht gefallen: 1861 wird ihm die Verwaltung der Superintendantur in Darkehmen übertragen.46) 1868 wird er nach langer Krankheit pensioniert.

1868-1886: Heinrich Friedrich (Franz?) Adolf Rogge (* 18.08.1827 Königsberg + 08.09.1886 Darkehmen). Als 26jähriger wurde er Kadettengouverneur in Kulm, war von 1856 bis 1861 Pfarradjunkt in Pobethen, Krs. Fischhausen, dann von 1861 bis 1868 Pfarrer in Hohenfürst, Krs. Heiligenbeil.47) Er verfasste die  „Geschichte des Kreises und der Diöcese Darkehmen“ , Darkehmen 1873 (VFFOW 70, 404) und war auch sonst durch die Veröffentlichung mehrerer Artikel in der Altpreußischen Monatsschrift historisch sehr aktiv.59) Er hatte einen am 06.01.1878 in Darkehmen geborenen Sohn Ernst Heinrich Rogge.58)

(Quelle: Archiv der Kreisgemeinschaft Angerapp)

1887-1922: August Wolfgang Adalbert Kähler (auch Superintendent; siehe unten). Ausbildung am Predigerseminar Wittenberg, 1865 Provinz-Vikar, 1866-1876 Diakon und 2. Pfarrer in Allenburg, 1876 -1887/8 Pfarrer in Heilsberg, 1879 Superintendent der ermländischen Diözese. 

1923-1945: Johannes Gemmel (30.06.1882-22.11.1955). War 1908 Pfarramtsverwalter in Gr. Engelau, Krs. Wehlau. Unbekannt ist seine Tätigkeit zwischen 1908 und 1923. Gemmel war Mitglied des leitenden  Bruderrates der Bekennenden Kirche in Ostpreußen und hatte als bekannter Nazigegner aktiv am Kirchenkampf teilgenommen, war kurz verhaftet worden, hatte die Flucht unterbrochen, um in Westpreußen eine Pfarrstelle zu versorgen und war dadurch nach Dänemark verschlagen worden, wo er fast vier Jahre lang seine große Lagergemeinde in Grove versorgte.7) Zuletzt lebte er in Beienrode bei Helmstedt im Haus der helfenden Hände, wo er auch mitten in der Arbeit starb. Er war verheiratet mit Gertrud geb. Becker.6)


Inhaber der 2. Pfarrstelle und Diakone waren:

1796-1801: Christoph Andreas Wolf(f), War seit 1788 Rektor in Darkehmen und wurde "mit Beibehaltung des Rektorats den 20. October 1796 als Diaconus eingeführt. Er ist im Jahr 1761 in Rastenburg geboren und den 10. Juni 1796 ordinirt worden. Im Jahr 1801 [Einführung am 15.02.1801] ging er als Pfarrer nach Salfeldt."21) Er starb am 18.01.1827.

1801-1820: Christian Ludwig Schul(t)z, "geboren den 6. Juli 1748 in Königsberg, war anfangs Conrector in Insterburg, wurde darauf den 19. October 1801 als zweiter Prediger und Rector hieselbst eingeführt. Er ward 1820 pensionirt und starb den 22. December 1824."21)

11.11.1820-27.02.1823: Leopold Jakob Krüger (* 16.02.1788 Ragnit). 1810 Hilfslehrer bei der Stadtschule in Gumbinnen, 1811 Rector in Goldap. Er fehlt in der Auflistung in VFFOW 11, ist aber durch andere Quellen nachgewiesen. Am 27.02.1823 wird ihm die "Pfarrstelle adj. Dombrowken conferiert". Im Juni 1833 geht er nach Georgenburg.

1823-1828: Friedrich Eduard Hieronymus Maletius, "geboren in Ridzewen den 1. Januar 1798, ist den 2. Mai 1823 ordinirt und Dom. 1. p. Trin. desselben Jahres [=01.06.1823] hier introducirt. Er ward im Jahr 1828 nach Schareiken versetzt."21) Er war der Sohn von Friedrich Hieronymus Maletius (+ 11.09.1831 Pissanitzen)28), der von 1812 bis 183 sein Vorgänger als Pfarrer in Pissanitzen war. In Schareiken, Krs. Oletzko, blieb er bis 1832. Danach war er bis zu seinem Tode Pfarrer in Pissanitzen, Krs. Lyck, wo er am 26.02.1832 in das Pfarr-Amt eingeführt wurde5). Er starb als Superintendent (ist bereits 1852 Superintendent)29) a. D. am 08.01.1874 in Pissanitzen, Krs. Lyck.4) Stammt aus einer ostpreußischen Pfarrer- und Beamtenfamilie (vor allem Förster und Lehrer), die vielfach mit anderen Pfarrerfamilien verschwägert ist und deren Stammvater Johannes Maletius (1482-1567) ist.

1828-1830: Eduard Gustav Albrecht. Er wurde am 30.11.1804 in Tilsit als Sohn des Königlichen Kreiskassenrendanten Christoph Samuel Albrecht (1766-1811)  und dessen Frau (oo 14.11.1796 Tilsit) Sophia Justina geb. Dassel (1772-1832) geboren. Seit dem 06.11.1823 war er an der Universität Königsberg/Pr. unter Prof. Kähler eingeschrieben. Am 21.03.1828 wurde er ordiniert und bereits am 04.05.1828 als Diakon und Rektor der Stadtschule in Darkehmen eingeführt. Vom 01.08.183022) bis 1849 Pfarrer in Nemmersdorf, 1849 erster Pfarrer an der Altstädtischen Kirche in Gumbinnen.3) Am 24.09.1850 wurde er Superintendent der Diözese Gumbinnen und Konsistorialrat. Hier blieb er bis zu seinem Tode am 16.06.1857. Er heiratete am 27.05.1828 in Tilsit Philiberta Amalie Friederike Bodendorf (Ahnenliste siehe Anm. 23). Das Paar hatte elf Kinder. In Darkehmen wurden seine beiden ältesten Söhne geboren.12)

1830-1836: Otto Leo Cäsar Girod, geboren zu Onißken in Polen.21) War Predigtamtskandidat und Oberlehrer in Marienburg, als ihm die 2. Predigerstelle in Darkehmen verliehen wurde.25) Wurde am 10.09.1830 in der Schlosskirche zu Königsberg zum Diakon ordiniert und trat sein Amt in Darkehmen im Oktober 1830 an. Gleichzeitig Rektor.18) 1836 bekam er nach Unverdorbens Weggang nach Gumbinnen die 1. Pfarrerstelle verliehen. 

1837-1862: Johann Christian Hennig. Er war von 1862 bis 1877 Pfarrer in Ischdaggen, Krs. Gumbinnen.

1862-1868: Carl Friedrich Rudolph Willimzig, vorher Rektor der Stadtschule in Goldap, bekommt nach VFFOW 70, S. 335 die erledigte Hauptprediger- und Rektorstelle in Darkehmen übertragen. In VFFOW 11 wird er allerdings als 2. Pfarrer und Diakon bezeichnet. 1868 wird er als 2. Prediger in Darkehmen nach Kleszowen berufen (VFFOW 70, 400). Dort bleibt er bis 1878. Anschließend ist er von 1878-1903 Pfarrer in Schippenbeil, Krs. Friedland.

1868-1877: Laut VFFOW 11, 30 ist die 2. Predigerstelle in dieser Zeit durch Hilfsprediger besetzt.

1877-1878: August Heinrich Kirschstein. Ging von Darkehmen nach Altstadt, Krs. Mohrungen, wo er bis 1883 Pfarrer war. Danach von 1883 bis 1889 Pfarrer in Herrndorf, Krs. Pr. Holland.

In der Zeit von 1878 bis 1887, für die in VFFOW 11 eine Lücke besteht, scheinen Guddas (von 1880?) bis 1885 und von König bis 1886 die 2. Predigerstelle besetzt zu haben.49)

1887-31.08.1898: Paul August Ludwig Schultze (* 1863 Stettin). Verwaltete von 1887 bis 1888 die 2. Pfarramtsstelle. In Darkehmen wurde am 07.07.1891 sein Sohn Gerhard Schultze-Pfaelzer (+ 13.10.1952 Berlin), der als Schriftsteller und politischer Publizist zu einem engen Vertrauten des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wurde und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess am 18.06.194755) als Zeuge der großen Spruchkammer gegen Franz von Papen auftrat. geboren Ging 1898 nach Pillupönen, wo er wohl bis 1928 als Pfarrer amtierte und der letzte Pfarrer war, der den Gottesdienst auf litauisch hielt. Promovierte am 16.08.1932 im Alter von fast 70 Jahren in Halle und veröffentlichte mehrere Schriften zur Geschichte des Kirchspiels Pillupönen (z. B. "Der Ausklang der litauischen Sprache im Kirchspiel Pillupönen, Kreis Stallupönen", Dissertation 1932; " 350 Jahre eine Stätte des Evangeliums in der deutschen Ostmark (1557-1907. Eine Geschichte des Kirchspiels Pillupönen auf Grund urkundlicher Quellen", Königsberg 1907; "Kriegserlebnisse der Kirchengemeinde Pillupönen", 1914).

1899-1922?: Johann Carl Gustav Kopetsch (* 1863), der "seit Jahren zu keinem Tadel Anlaß" gibt, wie es in einem Visitationsbericht von 1910 heißt. "Eine Neigung, sich bedeutender vorzukommen, als er ist, hat der Generalsuperintendent zu beseitigen gesucht und er hat die Mahnung bescheiden und bewegt hingenommen. Als Junggeselle lebt er leider ganz für sich, bekümmert sich aber fleißig um seinen Seelsorgerbezirk und bleibt in Beziehung zu der von ihm eingesegneten Jugend. [...] Bei Kopetsch wirkte unangenehm ein völlig manierierter Kanzelton, auch am Altar." (zit. nach Angerapper Heimatbrief 1984, S. 24f.) Kam aus Eisenberg, Krs. Heiligenbeil, wo er von 1891 wohl bis 1899 Pfarrer war. Kopetsch war ein eifriger Botaniker und Mitglied in mehreren Vereinen und Gesellschaften, er unternahm sogar Reisen nach Italien, von denen er Pflanzen mitbrachte. Wohnte 1905 in der Schulstr. 51 in Darkehmen.

1922-1927: Ernst Kucharski (* 20.06.1893 Ragnit-23.10.1969). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Tilsit begann er ein Theologiestudium in Königsberg. Den Ersten Weltkrieg machte er als Frontsoldat mit. Danach legte er 1921 das 1. Staatsexamen ab. In Darkehmen erhielt er seine erste Pfarrstelle. Vorher hatte er 1921/22 die 2. Pfarrstelle in Dubeningken, Krs. Goldaü, verwaltet. Von 1927 bis zur Vertreibung war er als Pfarrer in Jodlauken (Schwalbental) tätig. Im Jahre 1935 heiratete er die Superintendententochter Dr. Maria Federmann (* 1901). Sie hatte Kirchenmusik studiert und wurde am 01.07.1928 Kirchenmusikerin. Über sie heißt es:

"Nach Abitur und Lehrerexamen vertrieb sie sich als Hauslehrerin auf vornehmen ostpreußischen Güterndie Zeit mit Gesellschaften, Malen und Reiten, studierte dann aber nicht Kunst, sondern Kirchenmusik, machte in Königsberg das große Examen und promovierte als eine der ersten Frauen über ein musikhistorisches Thema. Nach einigen Berufsjahren aber, als unter den Nationalsozialisten die politischen Verhältnisse in der Stadt schwierig geworden waren, warf sie alles hin und heiratete den schon älteren Landpfarrer Ernst Kucharski, der viele Jahre vergebens um ihre Hand angehalten hatte. Dort in Jodlauken [...] übernahm sie Orgel und Dorfschule, machte als einzige Frau der Verwandtschaft den Führerschein und lebte kinderlos für Gatten, Garten und Getier."27)

Als der Krieg es erforderte, übernahm sie den Schuldienst in den höheren Klassen der Schule in Jodlauken. Die Eheleute flohen Anfang 1945 nach Oldenburg, lebten nach dem Krieg jedoch in Thüringen (1968 in Gamstädt bei Erfurt) und haben dort in verschiedenen Gemeinden gewirkt. 1955 trat Pfarrer Kucharski in den Ruhestand, nahm aber auch danach weiterhin gerne Vertretungen wahr. Man schätzte seine Gottergebenheit und Bescheidenheit sowie seine unwandelbare Geradlinigkeit, besonders auch in seinem Beruf.1) Als er 1969 starb, wurde im Ostpreußenblatt ein Nachruf veröffentlicht26).

1927-1935: Gustav Boersch. War vorher Pfarrer in Rogahlen (siehe dort). Seit 1932 Mitglied des Kreisvereins für Heimatforschung Darkehmen.

1939-1945: E. O. G. Helmut Passauer (* ~ 1910). War bis 1939 Hilfsprediger in Darkehmen. Heiratete 1936 in Königsberg und wurde von seinem Vater Ernst Passauer getraut. Vater von Martin-Michael Passauer. Später Superintendent.


Hilfsprediger:

- 1860: Friedrich Rudolf Albert Rübsamen, Pfarr-Gehilfe und "Pfarramtscandidat", bekommt 1860 die neu gegründete 2. Pfarrstelle in Schwetz verliehen19). War von 1860 bis 1866 2. Pfarrer in Schwetz, danach von 1866 bis 1908 Pfarrer in Mockrau, Krs. Konitz.

1868-1869: Carl Hch. Fr. Schröder.

1869-1872: Gottfried Hermann Marold, Pfarramtscandidat und Cantor in Werden, wird die Hauptpredigerstelle verbunden mit der Stelle des Dirigenten der 3. Klasse der Volksschule verliehen (VFFOW 70, 413). In VFFOW 11 wird er allerdings als Hilfsprediger geführt, was auch wahrscheinlicher ist, denn seit 1868 war Pfarrer Rogge Hauptprediger. Marold ging 1872 als Pfarrer nach Berschkallen, Krs. Insterburg, wo er bis 1885 im Amte war. Von 1885 bis 1892 war er dann Pfarrer in Skaisgirren, Krs. Niederung. Dort lebte er in einem "unseligen Zwist,welcher seit Jahr und Tag zwischen dem Ortspfarrer Marold und seinem Gemeinde-Kirchenrath besteht und den letzteren auf das tiefste erbittert hat".30)

1872-1875: Adolf Moritz Prellwitz. Verlobte sich am 06.02.1874 in Darkehmen mit Jenny Dulk. Im April 1875 wird eine Tochter geboren.2)

1876-1877: Carl Jacob Unterberger. War 1877-1878 Pfarrer in Gerwischkehmen, Krs. Gumbinnen, und 1878-1882 in Gurnen, Krs. Goldap..

1881-1882: Louis Ernst Gustav Guddas. Die Information, dass er 1882 als Präzentor nach Puschdorf, Krs. Insterburg, ging, ist offensichtlich falsch, denn Moeller führt ihn für 1882-1892 als Pfarrer an der Strafanstalt in Insterburg. Von 1893 bis 1896 war er Pfarrer in Postnicken und von 1896-1898 Pfarrer in Nemmersdorf. Anschließend finden wir ihn von 1898 bis 1910 als Pfarrer an der Deutschen Kirche in Tilsit.

1922: Ernst Kucharski, der noch im gleichen Jahr die Stelle des 2. Pfarrers angetreten hat (siehe oben).

bis 1936: Johannes Krause. Danach von 1936 wahrscheinlich bis 1945 in Neuheide, Krs. Elbing.

vor 1939: E. O. G. Helmut Passauer, der noch im gleichen Jahr die Stelle des 2. Pfarrers angetreten hat.


Superintendenten waren:

seit 04.05.1821 (Rogge: 10.05.1821?): Christian Friedrich Unverdorben, der erste Superintendent des Kreises Darkehmen.

Mit der Gründung des vom Kirchspiel Trempen abgezweigten Kirchspiels Gr. Karpowen erweiterte sich das Diözesangebiet über das Kreisgebiet hinaus um den nordöstlichen Teil des Kirchspiels Nordenburg.

1861 wird Rudolf Andreas Zippel die Verwaltung der Superintendantur in Darkehmen übertragen (VFFOW 70, S. 328).

1887-1922: Wolfgang Kähler (geboren im Juni 1839 oder 1840) , der in einem Visitationsbericht von 1910 so beurteilt wird: "Allen voran leuchtet Superintendent Kähler, dieser älteste der ostpreußischen Superintendenten, ein Israelit, in dem kein Falsch ist, in viel Trübsal bewährt, elastisch, frisch, unermüdlich in der Arbeit, von schier peinlicher Pflichttreue, nichts von Müdigkeit seiner 70 Jahre, verehrt und geliebt von den Brüdern, seiner Gemeinde und dem Synodalkreis. Seinen 71. Geburtstag feierten wir unterwegs in herzlicher, bewegter Teilnahme. Seine hervorragenden Gaben für Predigt und Katechese haben ihn oft zum Festprediger gemacht und dreimal in die Arbeit von Generalvisitationen gestellt. Seine Demut ist dieselbe geblieben. Seine zu schnelle Art zu sprechen und eine zu wenig feierliche Art des Tons, auch in der Liturgie, muß man freilich in den Kauf nehmen." (zit. nach Angerapper Heimatbrief 1984, S. 24). Ist 1912 Mitglied im Provinzialsynodalvorstand (VFFOW 59, 90).

1923-1945: Johannes Gemmel (s.o.)


Quellen: 

1) Das Ostpreußenblatt v. 03.08.1968, S. 14

2) Beide Ereignisse wurden im Memeler Dampfboot angezeigt.

3) http://www.kreis-gumbinnen.de

4) Memeler Dampfboot 1874

5) Kirchenbücher von Pissanitzen

6) Todesanzeige im Ostpreußenblatt

7) Karl-Georg Mix: Deutsche Flüchtlinge in Dänemark 1945-1949, S. 182.

8) www.ottefamilienforschung.de

9) Liste der Pfarrer am Königsberger Dom

10) Google Books

11) www.ottefamilienforschung.de

12) VFFOW 11 Teil II, S. 19

13) VFFOW 11 Teil II, S. 21

14) Hans Masalskis: Das Sprachgenie.  Georg Sauerwein - Eine Biographie. Oldenburg 2003, S. 139

15) VFFOW 114, S. 515

16) VFFOW 19, S. 442

17) Google-Books

18) Kartei Quassowski, S. G 177

19) VFFOW 74, S. 174

20) APG 9, S. 365

21) Rhesa, Ludwig (Hg.): Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern als Fortsetzung der Arnoldtschen Prebyterologie. Königsberg 1834, S. 34

22) Rhesa nennt den Mai 1830 (ebd.)

23) Ahnenliste der Philiberta Amalie Friederike Bodendorf (nach VFFOW 11 II, S. 19):

       1. Philiberta Amalie Friederike Bodendorf * 17.12.1809 Tilsit + 07.09.1882 oder 1892 Insterburg, beigesetzt in Gumbinnen

       2. Philibert Bodendorf, Stadtgerichtsdirektor in Tilsit, * 22.08.1767 Insterburg + 01.10.1822 Tilsit oo 24.06.1796 Tilsit

       3. Florentina Henrietta Klokow * 09.03.1778 Tilsit + 27.07.1854 Tilsit

       4. Johann Bodendorf, Kirchenvorsteher in Insterburg

       5. Elisabeth Potau

       6. Friedrich Theodor Klokow, Stadtgerichtsdirektor in Tilsit

       7. Maria Charlotta Meyer

24) Kinder von Eduard Gustav Albrecht und Philiberta Amalie Friederike geb. Bodendorf (nach VFFOW 11 II, S. 19f.):

1. Johannes Albrecht * 24.06.1829 Darkehmen + 26.06.1829 Darkehmen

2. Eduard Gustav Albrecht * 09.05.1830 Darkehmen + 15.07.1869 (Schönebeck), Gutsbesitzer auf Schönebeck (Kreis Saatzig/Pommern?) oo Friederike Agnes Boltze (5 Kinder)

3. Friederike Albrecht * 04.09.1832 Nemmersdorf + 21.11.1866 oo Eugen von Schlichting, Regierungsrat in Kassel (4 Kinder)

4. Gustav Julius Albrecht * 09.02.(05.?)1833 Nemmersdorf + 23.06.1896, königlicher Oberamtmann in Sperling, Remontedepotinspektor in dem Vorwerk Bratricken oo Justine Schlick (5 Kinder)

5. Marie Albrecht * 02.10.1834 Nemmersdorf + ... oo Gumbinnen Oskar Belian, Oberbürgermeister von Allenstein (5 Kinder)

6. Louise Albrecht * 27.02.1836 Nemmersdorf + 04.03.1836 Nemmersdorf

7. Minna Albrecht * 20.05.1837 Nemmersdorf + 20.09.1871 Goldap oo 10.03.1865 Gumbinnen Ludwig Ferdinand Hermann Siehr, Oberregierungsrat in Gumbinnen, dann Konsistorialpräsident von Ost- und Westpreußen in Königsberg/Pr. (2 Kinder)

8. Pauline Albrecht * 08.05.1841 Nemmersdorf + 10.08.1843 Nemmersdorf

9. Anna Albrecht * 13.01.1843 + ... oo 14.04.1868 Gumbinnen Theodor Münchmeyer, Landgerichtsrat in Meseritz (3 Kinder)

10. Pauline Friederike Clara Albrecht * 14.03.1844 Nemmersdorf + 06.08.1913 Insterburg (Herzschlag) oo 28.07.1868 Gumbinnen Carl Siehr, Geheimer Justizrat in Insterburg, später Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Kassel (6 Kinder)

11. Theodor Albrecht * 06.07.1847 Nemmersdorf + 1893 Nürnberg, Buchhändler in Leipzig oo ... Johanne Terheyden * 06.04.1850 (2 Kinder)

25) Preuß. Provinzial-Blätter, Bd. 5, S. 164

26) Das Ostpreußenblatt v. 22.11.1969, S. 14:

"Pfarrer i. R. Ernst Kucharski-Schwalbental t

Wieder ist einer unserer Treuesten aus dieser Welt gegangen. Am Abend des 23. Oktober rief Gott seinen treuen Diener, unseren allverehrten und hochgeachteten Pfarrer i. R. Ernst Kucharski nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit. Mit ihm ging ein Mensch dahin, der im besten Sinne des Wortes ein Seelsorger seiner Kirchspielgemeinde gewesen ist. Pfarrer Kucharski, am 20. Juni 1893 geboren, war ein Sohn unserer ostpreußischen Heimat, die auch mit bestimmend Wesen und Haltung des Entschlafenen prägte. Nach dem Schulbesuch wandte sich der junge K. dem Studium der Theologie an der Albertina-Universität in Königsberg zu. Der Studiengang wurde unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, den er freiwillig mitmachte und aus dem er als Reserveoffizier mit Auszeichnung nach mehrfachen Verwundungen zurückkehrte. Nach Beendigung seines Studiums und Ordinierung wurde ihm 1921 die vertretungsweise Verwaltung der 2. Pfarrstelle in Dubeningken, Kreis Goldap, übertragen, die er schon 1922 mit der 2. Pfarrstelle an der Stadtkirche Darkehmen vertauschte. Im Jahre 1927 übernahm Pfarrer Kucharski die durch Pensionierung des bisherigen Geistlichen, Pfarrer Strehl, freigewordene Pfarrstelle in Jodlauken (sp. Schwalbental). Im Jahre 1935 schloß er die Ehe mit Dr. Maria Federmann, einer Tochter des Superintendenten Federmann an der Insterburger Lutherkirche, die als fachlich vorgebildete Kirchenmusikerin befruchtend und belebend auf die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der ländlichen Pfarre wirkte. Die fast zwei Jahrzehnte seines seelsorgerischen Wirkens in der Jodlauker Pfarrgemeinde trugen so recht das typische Gepräge des treuen, mit christlicher Nächstenliebe erfüllten, nationalbewußten Geistlichen alter Prägung. Mit seiner Person verknüpfen sich viele Arbeiten am „äußeren und inneren Kleid des Gotteshauses", an Pfarrhaus und Pfarrgarten und auch am Präzentorat, soweit es in die Zuständigkeit der Kirchengemeinde fiel. Mit Rat und Tat war er auch den örtlichen Organisationen verbunden (Jugendgruppe, Gemischter Chor/Kirchenchor, Vaterländischer Frauenverein, Kriegerverein u. a.). Die Planung und Gestaltung des Ehrenmales für die Opfer des Ersten Weltkrieges waren sein ureigenstes Werk. Die Vertreibung aus der Heimat im Januar 1945 setzte auch hier einen Schlußstrich für weitere Planungen. Die Flucht verschlug die Pfarrfamilie in den Bremer Raum, wo Pfarrer Kucharski vertretungsweise die Betreuung einer Pfarrstelle übernahm, und von hier aus begann er auch schon 1946 mit der Sammlung seiner „lieben Schwalbentaler nah und fern". Einer inneren Verpflichtung folgend, stellte er sich bald darauf der thüringischen Landeskirche zur Verfügung und übernahm die Pfarrstelle Gamstädt bei Erfurt, an der er bis zu seiner Pensionierung amtierte, auch hier in seiner Kirchenarbeit getragen von dem Vertrauen und der Dankbarkeit seiner Gemeindeglieder. Nun ist unser alter Pfarrer Kucharski für Immer von uns gegangen. Uns bleibt die Verpflichtung zu unauslöschlichem Dank für das, was er der Kirche und ihren Gliedern in seiner langen Amtstätigkeit gegeben hat. Das Andenken an ihn soll uns unvergeßlich sein." (F. Schnewitz)

27) Terpitz, Werner: Wege aus dem Osten. Flucht und Vertreibung einer ostpreußischen Pfarrerfamilie. München 1997, S. 29f.

28) Preußische Provinzial-Blätter, 13. Band. Königsberg 1835, S. 465

29) Königlich Preussischer Staats-Calender für das Jahr 1852. Berlin, S. 271

30) Gundermann, Iselin: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Dokumente. 1968, S. 336

31) Storz, Karl: Darkehmen. Geschichte des Wohnplatzes und der Stadt bis zur Gegenwart. Darkehmen 1925, S. 19

32) ebd., S. 22

33) ebd., S. 50f.

34) ebd., S. 51

35) ebd.

36) ebd.

37) ebd.

38) ebd., S. 67f.

39) ebd., S. 68

40) ebd.

41) ebd.

42) ebd., S. 92

43) ebd.

44) ebd., S. 92f.

45) ebd., S. 93

46) VFFOW 70, S. 328

47) Storz, a.a.O., S. 93

48) ebd.

49) ebd., S. 94

50) Briefe angesehener Gelehrten, Staatsmänner, und anderer, an den berühmten Märtyrer Karl Friedrich Bahrdt, seit seinem Hinweggange von Leipzig 1769. bis zu seiner Gefangenschaft 1789. Nebst einigen Urkunden. Fünfter Theil, enthält die Geschichte der Deutschen Union oder der Zwey und Zwanziger, nebst dem vorzüglichsten Briefwechsel derselben. Leipzig 1798, S. 349

51) Datenbank der Franckeschen Stiftungen zu Halle (Saale)

52) Datenbank der Franckeschen Stiftungen zu Halle (Saale)

53) Datenbank der Franckeschen Stiftungen zu Halle (Saale)

54) http://forum.genealogy.net/forum/index.php?page=Thread&postID=187772

55) Wikipedia-Artikel

56) Böhmer, Emil: Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Trempen im Kreise Darkehmen dargestellt von Pfarrer Julius Lehmann, bearbeitet und erweitert von Pfarrer Emil Böhmer. Darkehmen 1895, S. 40

57) Michael Groß neben Johann einen weiteren Sohn: 1. Albert Groß * 12.10.1594 Insterburg + 22.07.1657 (Königsberg?), Rektor der Löbenichtschen Schule bis 1633, Rektor der Altstädtischen Schule in Königsberg 1633-1636 (vgl. APG 1931, S. 96)

58) Ernst Heinrich Rogge: 14.09.1897 Reifezeugnis am Kneiphöfischem Stadtgymnasium in Königsberg i. Pr., 1. Lehramtsprüfung am 14.02.1903 in den Fächern Geschichte, Deutsch und evangelische Religionslehre bis Unter-Sekunda, Ergänzungsprüfung am 01.08.1903 in Geschichte bis Ober-Prima. Oktober 1903 Antritt des Seminarjahres am Kgl. evangelischen Gymnasium zu Marienwerder. Antritt des Probejahres am 01.10.1904. Am 01.10.1905 fest angestellt als Oberlehrer am Gymnasium Marienwerder. Promotion zum Dr. phil. am 14.03.1904 in Kiel, Dissertationsthema: Der Stapelzwang des hansischen Kontors zu Brügge im 15. Jahrhundert. Starb am 12.03.1912. (Personalblatt A für Direktoren, wissenschaftliche Lehrer und Kandidaten des höheren Schulamts)

59) Über Pfarrer Rogge ist folgende Anekdote überliefert: 

„Was für ein Koppche!"

Superintendent D. Hermann Braun (1845 bis 1931), der mehrere Jahre lang in Darkehmen im Schuldienst war, schildert in den „Erzählungen eines Urgroßvaters aus seinem Leben" eine Begebenheit, aus der man ersehen mag, welch hohe Bildung in der guten alten Zeit auch in den kleineren Orten Ostpreußens zu Hause war. Hermann Braun schreibt zum Beispiel über den Pfarrer Adolf Rogge folgendes:

„Ich habe in meinem langen Leben schon viele berühmte Kanzelredner gehört, wie Stöcker, Kögel, Dryander in Berlin, Spurgeon in London und andere mehr. Doch Pfarrer Rogge hat nach meiner festen Überzeugung an Beredsamkeit alle übertroffen. Das war damals nicht allgemein bekannt, denn er liebte es nicht, sich hierhin und dorthin als Festredner einladen zu lassen, wie es heute geschieht. Die große Kirche in Darkehmen war sonntäglich dicht gedrängt voll, sogar in den täglichen Gebetsgottesdiensten während der Kriegszeit 1870/71. Auch die Vornehmen hielten sich fleißig zur Kirche, Landrat von Gosslar und Sanitätsrat Dr. Ungefug sah ich sonntäglich im Gottesdienst.

Pfarrer Rogges Meisterstück war ein freier zweistündiger Vortrag, den er aus dem Stegreif über Dantes Göttliche Komödie hielt, wobei er Hunderte von Versen dieses Dichters aus dem Gedächtnis anführte.

Als die Versammlung nach Hause geht, sagt Herr M., der das Geld sonst sehr hoch, dagegen Wissen und Wissenschaft gar nicht zu schätzen pflegt: „Unser Pfarrer — o was hat der für ein Koppche!"

 Quelle: Das Ostpreußenblatt v. 13.09.1958 (Jahrg. 9, Folge 39), S. 11

 

für alle Pfarrer und Hilfsprediger: VFFOW 11


Seite erstellt am 12.03.2007

letzte Änderung: 20.11.2013