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Daten-CD

 

 


Kirchspiel Dombrowken

 

Das Kirchspiel Dombrowken wurde 1607 von den Grafen von Schlieben gegründet. 

1876 wurden Alt und Neu Gurren (bis 1815 Gurren) zum Kreis Angerburg geschlagen. Seit dem 01.06.1897 gehörten beide Orte zum Kirchspiel Olschöwen, Krs. Angerburg.3)

1912 hatte das Kirchspiel 3.000 Einwohner sowie 7 Schulen mit 9 Lehrern. Patron war 1912 der Rittergutsbesitzer Voigdt-Dombrowken. 

Zum Kirchspiel gehören 1912 folgende Orte (*  hinter dem Ortsnamen bedeutet, dass eine Schule vorhanden war):

 

Außerdem gehörte zum Kirchspiel Dombrowken: Gr. Sunkeln aus dem Kreis Angerburg.

Anlässlich einer Kirchenvisitation im Jahre 1910 wurde festgestellt, dass der Neuanputz der Kirche bevor steht. Die Orgel wird als gut bezeichnet, das Orgelspiel als befriedigend.

Kirche in Dombrowken 2010

Quelle

Pfarrer waren:

vor 1641?: N. Glembowski.

1641-1645: George Nennichius. Sohn des Georgius Nennichius (Pfarrer in Stuhm 1620-1624 und am St. Annen in Danzig 1624-1632, + 1632). 1634-1636 in Lichtfelde, Krs. Marienwerder. Von 1636 bis 1640 war er Pfarrer in Mewe, Krs. Marienwerder, wo ihm einige Bürger die Kanzel und seiner Frau Kirche und Andacht verboten. Obwohl der polnische König, an denen er sich Schutz suchen wand, der Stadt eine Strafe auferlegte und befahl, ihn wieder zu seinem Amte zuzulassen, wählte die Gemeinde einen Nachfolger, und Nennichius ging, wohl nicht ohne kompensiert worden zu sein, nach Dombrowken.7) Danach war er von 1645 bis 1662 Pfarrer in Aweyden, Krs. Sensburg.

1668: George Seidler.

1670: George Adler.

1674-?: Johann Freytag, war vorher "litthauischer Diakon" in Szabienen.

1684: Andreas Dargunts.

vor 1705?: Friedrich Deutschmann.

1705-1711: Sigismund Liebe. Er wird 1706 in einer Liste der Litauischen Kandidaten-Klasse erwähnt. 1710 ist er Pfarrer in Dombrowken und kommt einem Bericht aus Insterburg zufolge für die infolge der Pst verwaiste Pfarrstelle in Ballethen in Betracht. Wurde dann aber von Februar 1711 bis 1725 Pfarradjunkt in Niebudszen (wird aber in einer anderen Quelle 1721 als Pfarrer in Niebudszen bezeichnet) und vom 12.07.1725 bis wahrscheinlich 1729 Pfarrer in Pillkallen.8)

1717-1746: Christian Dehn.

1747-1771: Christ. Ludwig Dehn.

1772-1822: Friedrich Wilhelm Cholevius, "geboren zu Szabinen, ward im Jahr 1772 introducirt und starb den 10. November 1822, nachdem er Dom. 2. p. Trin. 1818 [=31.05.1818] sein Dienst-Jubiläum gefeiert hatte. Er war anfangs Cantor in Wehlau gewesen."4) Kantor in Wehlau seit 1767. Am 22.05.1772 als Pfarrer in Litthauisch-Dombrowken ordiniert. Er starb am 19.11.18225), nach VFFOW 70, S. 50 am 20.11.1822 als ältester Geistlicher im Regierungsbezirk Gumbinnen.

27.02.1823-1833: Leopold Jacob Krüger, "ist geboren in Ragnit den 16. Januar 1788. Im Jahre 1810 wurde er Hilfslehrer bei der Stadtschule in Gumbinnen, ein Jahr darauf als Rector in Goldapp und den 11. November 1820 in gleicher Qualität in Darkehmen introducirt. Den 10. Januar 1823 ward er zum Pfarreramte in Dombrowken ordinirt und den 23. April desselben Jahres introducirt. Dies Amt verwaltete er bis [Juni] 1833, wo er als Pfarrer nach Georgenburg versetzt wurde."4)

1834-1886: Johann (Julius) Heinrich Dittrich. Geboren 1806. Aus Sunkeln. Theologiestudium in Königsberg seit Michaeli 18282). Wurde am 5. Januar 1834 in Königsberg ordiniert, vorher Rektor in Goldap4) (VFFOW 70, 93).

1886-1929: Adalbert Johann Oswald Liedtke (* 01.11.1859 + 20.07.1931). Jüngster Sohn von Johann Heinrich Lüdtke.6) War vorher von 1885 bis 1886 Pfarrer in Bagnitz, Krs. Konitz. Er wird in einem Visitationsbericht aus dem Jahre 1910 so beurteilt: "hat scheinbar einen etwas gesetzlichen Zug. Der Superintendent aber rühmt aus langer Erfahrung heraus seinen vorbildlichen Wandel, seine große Pflichttreue und sein erfolgreiches Wirken. [...] Bei Liedtke [...] hatten wir den Eindruck, als hätte [er] zu früh die heilsame Gewohnheit wörtlicher Niederschrift und sicheren Memorierens [der Predigt] aufgegeben; nur so erklärte sich die Unflüssigkeit [seines] Vortrages." (zit. nach Angerapper Heimatbrief 1984, S. 24f.) Er hat eine Chronik des Kirchspiels Dombrowken verfasst. Sein Sohn Hellmut war Pfarrer in Kleszowen.

1929-1945: Erich Wisotzki (* 21.02.1895 Berlin)1). 1922 Pfarrer in Prawdzisken, Krs. Lyck, 1923 als Hilfsprediger an der Lutherkirche zu Insterburg. Von 1923 bis 1929 amtierte er als Pfarrer in Rosinsko, Krs. Johannisburg. 1931 Mitglied des Kreisvereins für Heimatforschung Darkehmen. 

Pfarrer Wisotzki mit Konfirmanden

(Quelle: Archiv der Kreisgemeinschaft Angerapp)


Quellen:

1) Gerhard Lehmbruch: Mentalitäten, soziale Strukturen und regionale politische Kulturen im ländlichen Protestantismus Ostpreußens. Vorbemerkungen zu den Lebenserinnerungen des Pfarrers Friedrich Wilhelm Müller (1863-1941), in: Altpreußische Geschlechterkunde. Neue Folge. Bd. 40 (2010), S. 53

für alle Pfarrer: VFFOW 11, die Frau Ina Kraus dankenswerter Weise für unsere Zwecke bearbeitet hat.

2) VFFOW 79, S. 71

3) VFFOW 53, S. 25

4) Rhesa, Ludwig (Hg.): Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern als Fortsetzung der Arnoldtschen Prebyterologie. Königsberg 1834, S. 34f.

5) Verein zur Rettung verwahrloseter Kinder zu Königsberg (Hg.): Preußische Provinzial-Blätter. Achter Band. Königsberg 1832, S. 33f.

6) Ahnenreihe von Pfarrer Liedtke:

1. Liedtke, Adalbert Johann Oswald * 01.11.1859 + 20.07.1931

2. Lüdtke, Johann Heinrich, Bürgermeister, Gutspächter von Prökelwitz, Herrschaft Schlobitten * 02.09.1808 (Sakrinten?) + 07.11.1882

4. Lüdtke, Heinrich * 06.05.1778 + 03.05.1855

8. Lüdtke, Benedikt * 1738 + 08.07.1779

Die Vorfahren waren Oberbayern, die ins Salzburger Land ausgewandert waren. Sie hießen Leitreiter und kamen mit den aus Glaubensgründen emigrierten Salzburgern um 1732 in die Gegend um Gumbinnen. 

(Quelle: Eintrag von Jörg Liedtke auf http://www.100pro-gaestebuch.de/gbserver/guestbook.pl?seite=8&anzeigen=10&id=lie24

7) Richter, O. W. L. (Hg.): Archiv für vaterländische Interessen oder Preußische Provinzial-Blätter. Neue Folge. Jahrgang 1845. Marienwerder 1845, S. 759. Rogge, S. 12, berichtet von dem Vorfall.

8) Kartei Quassowski, S. L 210


Seite erstellt am 12.03.2007

letzte Änderung: 12.04.2012