Startseite

Gästebuch

Durchsuchen Sie diese Seiten!

Impressum

Stadt und Kreis Darkehmen
Orte
Familien
Quellen
Persönlichkeiten aus dem Kreis

* * *

Daten-CD

 

 


Kirchspiel Trempen

 

Der Deutsche Ritterorden verpfändete 1469 Schloss und Stadt Gerdauen mit umfangreichen Ländereien an die Gebrüder Georg und Christoph von Schlieben. Georg von Schlieben war einer der Anführer der Söldnertruppen aus dem Reich, die der Orden im Dreizehnjährigen Krieg (1454-1466) gegen den König von Polen zur Hilfe rief. Er stammte aus Sachsen, wo er mehrere Güter besaß. Zu Beginn des Krieges kam er 1454 mit 557 Reisigen, 487 Pferden und einem großen Gefolge in das Ordensland, und bald schon konnte der Hochmeister ihn und seine Dienste nicht mehr entbehren - aber auch nicht mehr bezahlen. Weil der Orden das Pfand nicht auslösen konnte, wurden die von Schlieben letztlich Eigentümer eines ausgedehnten Gebiets, in dem sie ungeheure Güterkomplexe errichtete. Als die Grafen nach Osten hin neue Dörfer und Güter anlegten, wurde um 1550 (das genaue Jahr der Kirchengründung ist strittig, genannt wird auch 1560) das Kirchspiel Trempen gegründet. Pfarrer Lehmann behauptete in seiner ungedruckten und heute verschollenen Kirchspielchronik, dass bereits während der Ordenszeit in Trempen eine Kapelle gestanden hat, die von Geistlichen aus Nordenburg versorgt wurde.  Nachgewiesen durch Ausgrabungen auf dem Kirchhof ist, dass die erste wohl hölzerne Kirche auf einem alten nadrauischen Gräberfeld erbaut wurde. Die Siedlung, zu der dieser prußische Friedhof gehörte, lag an einer Heerstraße, die von der Angerapp-Furt bei Medunischken nach Westen bis zum Tal der Ilme führte.

Das Patronatsrecht über die Trempener Kirche übten seit Anbeginn die Grafen von Schlieben aus. Urkundlich ist als erster nachweisbarer Kirchenpatron Albrecht von Schlieben belegt, der u. a. auf dem Rittergut Ernstburg saß. Diese Ernstburgischen Güter kaufte am 13.07.1835 der bisherige Generalpächter Carl Friedrich Rabe für 91.000 Taler. Seine Nachkommen hatten das Patronat bis zur Flucht 1944 inne.

1570 waren dem Ort "27 Huben" zugeordnet.

1599 wurde aus dem ursprünglichen Kirchspiel Trempen das Kirchspiel Ballethen abgezweigt.

Die 1617 gegossene große Glocke führt die Inschrift „Si Deus pro nobis, Quis contra nos“ (Wenn Gott für uns ist, wer mag wider uns sein). Die kleinere Betglocke hat als Umschrift „Alles was odem hat, lobe den Herrn. Allelujah. Andreas Ernst v. Schlieben. Anna Maria Kreutzin.“ Sie wurde laut Inschrift 1638 von ihm gestiftet, gegossen wurde sie von Michel Dor(n)mann.13)

Laut Kirchenrechnung von 1635 waren im Kirchspiel 743 Hufen, 14 Morgen bewirtschaftet. 1644 umfasste das Kirchspiel 504 Hufen Bauernland, allerdings waren in dieser Angabe die Begüterungen Ernstburg, Lugowen, Poczern, Mikalbude und Tarputschen nicht enthalten. 1682 wurden 795 Hufen nachgewiesen.10)

Die erste Kirche musste schon 1695 durch einen Fachwerkbau ersetzt werden, der am 01.11.1695 geweiht wurde. Für dieses Gotteshaus musste die Gemeinde Trempen 1333 Mark aufbringen, eine Provinzialkollekte trug weitere 565 Mark bei. Erforderliches Bauholz lieferten die landesherrlichen Forsten. Die errichtete Kirche war ein stattliches Gebäude nach mittelalterlicher Bauart mit sehr starken Mauern, das sich beherrschend auf einem Grundmoränenhügel erhebt. Abgesehen von wenigen Umbauten und Reparaturen ist die architektonische Grundsubstanz nahezu unverändert geblieben. Es handelt sich um einen geputzten Backsteinbau von 28 Meter Länge und 12 Meter Breite. Der Chor im Osten ist aus einem Achteck entwickelt, der viereckige Westturm weist 7 Meter Seitenlänge auf, er musste 1673 ausgebessert werden.

Vom 28.-30.04.1699 wurde in Trempen eine Kirchenvisitation abgehalten. Das Visitationsprotokoll, zitiert durch Adolf ROGGE („Geschichte des Kreises und der Diöcese Darkehmen", 1873, S. 63), gewährt einen aufschlussreichen Einblick in die kirchlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse.12)
Das ursprüngliche Schindeldach wurde 1792 durch Schieferplatten ersetzt.
Der Anbau im Süden diente als Sakristei. Auf der Nordseite hat die Kirche einen zweiten Eingang mit Windfang erhalten. Sowohl Kanzel als auch der Altar sind das Werk eines Königsberger Bildhauers von 1700 (vermutlich Johann Christoph Döbel). Das wertvolle Altargerät stammte aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es bestand u.a. aus zwei silbernen Altarleuchtern, zwei Silberkelchen von 1697, einem kleinen Kelch, den Pfarrer Ostermeyer der Kirche 1798 vermachte,  und einer silbernen gehenkelten Abendmahlskanne.11) Gepredigt wurde in drei Sprachen (deutsch, litauisch und polnisch).

Auch in Trempen wütete die Große Pest von 1709 verheerend. Von 533 Hufen lagen bald 332 „wüst“, waren also  unbestellt. Und noch 1727 wucherten Gesträuch und Unkraut auf der Hälfte von fünf Kirchenhufen.15)

1818 gehörten zum Kirchspiel 59 Dörfer und Vorwerke mit insgesamt 3.690 Einwohnern.

1894 wurde die Kirche äußerlich renoviert, ein Jahr später auch der Innenraum.

Anlässlich einer Kirchenvisitation im Jahre 1910 wurde festgestellt, dass die Orgel genügend und das Orgelspiel befriedigend sind. Über den Zustand der Kirche wird nichts gesagt.

1912 hatte das Kirchspiel 4.000 Einwohner sowie 8 Schulen mit 11 Lehrern. Patronin war Frau Rittergutsbesitzerin Rabe aus Ernstburg. Die Kirchengemeinde Trempen besaß 74,39,50 Hektar Kirchenland und 1,19,51 Hektar Pfarrwitwenland sowie 46.000 Mark Pfarrwitwenvermögen. Der Trempener Geistliche erhielt außer Wohnrecht im Pfarrhause jährlich 3.600 Mark Grundgehalt.

Zum Kirchspiel gehören 1912 folgende Orte (*  hinter dem Ortsnamen bedeutet, dass eine Schule vorhanden war):


Zur Frage des Litauertums hat Kreisschulrat Christoph Kairies (gest. 1951) aus Tilsit in einer im Auftrage des Reichs- und Staatskommissars für das Memelgebiet erstellten Dokumentation im Juli 1921 auf Grund einer Anfrage an die betreffenden Geistlichen festgestellt: "Der litauische Gottesdienst und Konfirmandenunterricht wurde 1830 eingestellt; im Kirchspiel kein einziger Litauer vorhanden."

1926 hat das Kirchspiel 4.624 Seelen. Das Pfarrwitwenland hatte nunmehr eine Größe 9,21,83 Hektar; außerdem gab es ein Gemeindehaus und eine Gemeindehelferin.14)

Kirche in Trempen (Foto aus: Angerapper Heimatbrief 1982, S. 5)


Pfarrer waren:

um 1582: als erster der 23 namentlich bekannten Prediger wird unter dem Patronat der Grafen v. Schlieben Johann Tortilowitz genannt, der vermutlich noch bis 1590 amtierte. Er stammte aus Insterburg und war der Sohn des dortigen Predigers Johannes Tortilowitz49). Am 28.09.1577 wurde er an der Universität Königsberg immatrikuliert. Für die Zeit von 1591? bis 1612 wird er als Pfarrer in Neuhoff, Krs. Lötzen genannt. Von ihm wird berichtet, dass er den Namen Tortilowitz erst 1612 angenommen hat, als er Pfarrer in Neuhoff war. Ursprünglich hieß er Johann Batocki. Der Adelsstand der Familie wurde 1821 erneuert mit dem alten Namen Tortilowicz v. Batocki30)

um 1590: Johann Bach. War nur kurze Zeit in Trempen.31)

1591-1594: Bartholomäus Willentus (+ 1605). Ein Sohn des gleichnamigen Pfarrers (litauisch: Baltramiejus Vilentas) der litauischen Kirche (St. Elisabeth) auf dem Sackheim in Königsberg (1550-1587), der von 1525 bis 1587 lebte. Wurde auf Bitten des Consistoriums vom 09.02.1599, noch ehe die Kirche in Ballethen fertig war, vorläufig als Pfarrer angestellt. Er war ein geborener Königsberger, war von 1591 bis 1594 Pfarrer in Trempen, vom Januar 1594 bis Juli 1598 in Kraupischken, Krs. Ragnit. Von dort wurde er wegen unsittlichen Wandels entfernt, weshalb die Gemeinde Ballethen sich seiner am 15.03.1600 angeordneten Introduction widersetzte. Von 1600 bis zu seinem Tod 1605 war er Pfarrer in Szittkehmen (Rogge, S. 7).

bis 1615: Johann Groß, war danach Pfarrer in Darkehmen. Möglicherweise  war er nicht der unmittelbare Nachfolger von Willentus.32)

um 1615: Christoph Sperber (+ 1646 Goldap). Dieser Pfarrer entstammt einer großen ostpreußischen Pfarrerfamilie, die ihren Ausgang nimmt bei dem 1490 geborenen Superintendenten in Thüringen Valentinus Sperber. Sechs seiner zwölf Söhne zog es nach der Reformation nach Preußen. Einer von ihnen, Samuel Sperber (+ 1607 Plibischken), war der Vater des 1620 amtierenden Trempener Pfarrers50). Quassowski (S. G 799) nennt das Jahr 1615: "wahrscheinl. 1615 nach dort [Trempen] u. nur ganz kurze Zeit". So auch Böhmer/Lehmann.33) Der Eintrag 72 unter "Sperber" lautet bei Quassowski: "Christoph, 1615 - + 1646 Diaconus z. Goldap (Pr. Av. 1791 S. 100)". VFFOW 11 nennt als Amtszeit 1615-1620 und führt für die Alte Kirche in Goldap 1640-1646 einen Christoph Sperber als Diakon und 2. Pfarrer, belegt aber nicht die Zwischenzeit 1620-1640. 

vor 1630: Cyprian Altendorf (+ 20.09.1630 Trempen). Geboren in Insterburg als Sohn des Erbsassen Johann Altendorf in Bubainen. An der Universität Königsberg/Pr. seit 19.03.1619. War nur kurze Zeit Pfarrer in Trempen (seit 1620?) und starb dort am 20.09.1630. Seine Grabstätte und die seiner Frau befand sich in der Kirche unter einem Leichenstein im Kirchengang vor dem Altar.3),34)

1636-1641: Johann Partatius (Partacius/Portatius) (* 1610 Reinerz/Schlesien + Oktober 1646 Laukischken). "Portatius wies zuerst die Aehnlichkeit der beiden Schwestersprachen, der griechischen und litauischen, beide aus der Sanskrit-Muttersprache entstanden, nach, und sammelte über 400 beiden Sprachen gemeinsame Wörter."35) Er studierte in Königsberg seit dem 12.02.1628. 1632 war er Konrektor in Tilsit, bevor er 1636 nach Trempen kam. Im gleichen Jahr heiratete er am 17.08.1636 im Dom von Königsberg die Pfarrerstochter Anna Neander (* 1619 in Tharau, Krs. Pr. Eylau als Tochter des dortigen Pfarrers Martin Neander), das im Volkslied vielbesungene „Ännchen von Tharau“.16) 1641 zog er mit ihr nach Laukischken, Krs. Labiau, wo er im Oktober 1646 starb. Das "Ännchen", mit 27 Jahren nun verwitwet, heiratete seinen Nachfolger Christoph Grube und, als auch der 1652 verstarb, wiederum dessen Nachfolger Johann Melchior Beylstein, der aus Saarbrücken stammte und 1676 starb. Sie starb am 28.09.1689 in Insterburg, wo sie bei ihrem Sohn Friedrich Partatius (* 1643 Laukischen + Ostern 1688 Insterburg) und dessen Frau Elisabeth geb. Schütz lebte, der Pfarrer an der dortigen Lutherkirche war. In Insterburg liegt sie auch begraben. Zu der Nachkommenschaft des Pfarrer Partatius von Trempen und seiner Frau gehören viele ostpreußische Pfarrer und auch der Dichter und Komponist E. T. A. Hoffmann (1776-1822). An das durch das Volkslied unsterblich gewordene "Ännchen", die Pfarrersfrau von Trempen, erinnerte bis 1944 die nach ihr benannte Linde vor dem Trempener Pfarrhaus.

nach 1641: Auf Partatius folgte ein namentlich nicht bekannter Pfarrer, "dessen Name nicht einmal in dem Regulierungs-Rezeß der Kirchenangelegenheiten aus dem J. 1644 genannt wird".36)

bis 1678: Franz Ernst Klein (*26.09.1634 + 14.01.1678 Trempen). "Sein Amtsantritt hier ist unbekannt. Er stand jedoch schon im J. 1666 hier im Amte [...]. Es befand sich früher in der Kirche lange Zeit sein Bildnis in Lebensgröße."37)

1678-1686: Johann Wolfgang Musculus (* 1648 Marggrabowa + 01.12.1725 Stallupönen), "war 1675 Feldprediger, heiratete hier [in Trempen] die Witwe seines Vorgängers, ging im J. 1687 nach Stallupönen und starb dort als Jubelprediger [ein Pfarrer, der das 50jährige Dienstjubiläum gefeiert hat] [...]."38) In Stallupönen wurde er am 17.12.1725 beigesetzt.29)

1687-1695: Christoph Vorhof(f) (* ~ 1655 + Sommer 1695). Heiratete am 06.07.1687 Elisabeth Hoffmann (* ~ 1662) in Königsberg.17) Wurde von seinem Onkel Heinrich Vorhof(f) aus Darkehmen ins Pfarramt von Trempen eingeführt.39) Zur weiteren Familiengeschichte siehe dort

1696-1710: Friedrich Regge aus Tilsit (+ 1710), "wurde 1696 durch den Pfarrer Vorhofaus Darkehmen introduciert, und heiratete die Witwe seines Vorgängers. Er kaufte vom Lehnspatron v. Lehndorf 4 Hufen und bebaute sie zu einem Witwensitze für seine Frau. Als diese aber mit allen ihren Kindern, eine Tochter ausgenommen, an der Pest gestorben war, machte sich der damalige Lehnspatron v. Dargitz diesen Umstand zu Nutzen, und kaufte dem unglücklichen Pfarrer dies Grundstück für das halbe Geld ab; das war die Grundlage zu dem sogenanntenTrempensche Höfchen, späteren Vorwerke Kl. Trempen, jetzigen Gute Neu Trempen. Regge starb 1710, noch ehe die Pest in der Gemeinde aufgehört hatte, an der Schwindsucht. [...] Regge soll übrigens bei seiner Gemeinde in großer Liebe und Achtung gestanden haben, und blieb auch lange nach seinem Tode in rühmlichem Andenken."40) Anders herum muss die Hochachtung jedoch einseitig gewesen sein, denn am 25.11.1697 beschwerte er sich in einem Anhang zu seiner Kirchenrechnung, die er seinem Kirchenpatron vorlegen musste, über die mangelnden christlichen Tugenden der Gemeindemitglieder41).

1711-1729: Otto Friedrich Fiedler (* ~ 1672 + 11.04.1729 Trempen) "aus Tilsit, studierte in Königsberg und Halle und kam von dort mit einem Empfehlungsschreiben des bekannten Dr. Lipsius zurück. Durch dasselbe wurde er als Lehrer am Collegium Fridericianum in Königsberg angestellt. Als daselbst die Schularbeit durch die Pest unterbrochen wurde, schickte Lipsius ihn zu dem ihm befreundeten Gutsherrn nach Adamsheide. In der Vakanz des Präcentorats von Trempen verrichtete Fiedler Sonntags das Singen in der Kirche und predigte auch für den kranken Pfr. Regge, wofür er aus der Kirchenkasse 100 Fl. bekam. Nach Regge's Tode übernahm Fiedler die ganze Kirchenarbeit, soviel er davon als Kandidat verrichten durfte. Nach einem Jahre, als die Pest aufgehört hatte, wurde er mit 200 Fl. Gehalt zum Pfarr-Amte berufen. Die Erhöhung des Gehaltes war sehr nötig, denn die Gemeinde hatte durch die Pest weit über die Hälfte ihrer Einwohner verloren, wodurch ein großer Ausfall an Accidenzien, aber auch an Kalende, da die Ländereien wüste lagen, entstanden war. Indessen wußte Fiedler sich in seiner kümmerlichen Lage zu helfen. Er beackerte neben dem Pfarrlande auch die herrenlosen und wüsteliegenden Dorfländereien, soviel er nur zwingen konnte. Da außer Trempen auch ganze benachbarte Dörfer ausgestorben waren, so fehlte es nicht an Weide für Vieh; dieses schaffte er sich an und besorgte sich für Geringes oder ganz umsonst reichliches Futter. So konnte er bei allmählig vermehrtem Viehstande, auch die annektierten Felder gut düngen und baute so viel Getreide, daß er seine Ernten in Haufen setzen mußte und mit dem Erdrusch den ganzen Kirchensöller beschütten konnte. Da aber die Getreidepreise sehr geringe waren, legte er sich aufs Viehmästen und verkaufte mit Vorteil. Ferner ließ er seine erbaute Gerste vermälzen und verkaufte das Malz an die Brau- und Brennereibesitzer in den Krügen; da das jedoch noch nicht vorteilhaft genug war, brannte er auch selbst in seinem Hause aus Roggen Branntwein zum Verkauf, so daß er durch das alles, trotz des armseligen Zustandes seiner Gemeinde, ein 'behaltener Mann' wurde. Dabei soll er jedoch sein Amt nicht sehr vernachlässigt haben, nur sind die Taufregister aus seiner Zeit nicht ordentlich geführt; öfter stehen nur die leeren Nummern ohne weitere Eintragungen."42) Es ist anzunehmen, dass der am 26.02.1714 in Trempen geborene  deutsche Pfarrer (ab 1758) und spätere Erzprister von Ragnit, Otto Gottlieb Fiedler (+ 21.12.1784 Ragnit), sein Sohn ist.

1730-1736: Johann Samuel Hassenstein (* 12.09.1707 Plibischken als Sohn des dortigen Pfarrers Johann Hassenstein + 28.11.1773 Memel), "hatte in Königsberg und Halle studiert und kam von da 1730 ins hiesige Pfarramt, nach einer Vakanz von über einem Jahre, welche Vakanz durch den Wunsch des damaligen Patrons v. Görne, gerade einen Hallenser zum Geistlichen zu haben, so lange ausgedehnt wurde. Hassenstein wurde am 5. Trinitatis [09.07.1730] vom Senior Mendius aus Gerdauen eingeführt; da er sich aber in der durch die Pest verwüsteten Gemeinde nicht wohl gefiel, bemühte er sich bald fortzukommen. [...] Er soll ein guter Kanzelredner und bei seinen Gemeinden beliebt gewesen sein."43) War 1736-1755 Pfarrer in Georgenburg und ab 1755 Pfarrer an der litauischen Kirche in Memel, wo er am 28.11.1773 starb.21),43)

1736-1751: Gerhard Ludwig Mühlenkampf (* 08.05.1709 Salzliebenhütte als Sohn des dortigen Rektors + 09.04.1766 Gumbinnen), "geboren zu Salzliebenhalle in dem Hildesheimschen am 8. Mai 1709, wurde als Pfarrer nach Schirwindt ordiniert den 24. Mai 1734, ging 1736 nach Trempen, wurde 1751 am 20. Sonntage nach Trinitatis [24.10.1751] Pfarrer in Kussen und 1759 Probst des Stallupöhnschen Distrikts und Pfarrer in Gumbinnen [an der Stadtkirche], wo er 1766 den 9. April starb."25) Sein Nachfolger Ostermeyer beschreibt ihn: "Er hatte gute Studien, aber einen schweren und nicht gar zu gesunden Körper." Er besuchte die Schule in Halberstadt und studierte in Halle.26) "Hier legte er sich auf Dr. Franks Anraten auf das Studium der litauischen Sprache, zu deren Erlernung einige Zeit vorher daselbst ein Seminar angelegt war. M [...] ließ sich zur Annahme der Trempenschen Stelle durch Zureden und viele Versprechungen des Patrons v. Görne bewegen, die aber hinterher nicht erfüllt wurden. Daher suchte M. auch beständig von hier fortzukommen und erhielt endlich 1751 die Nachfolge seines Schwiegervaters [George Friedrich Pusch] in Kussen [...] Er war ein Liebhaber der Philosophie und großer Verehrer von Wolf, doch waren seine Predigten durchaus biblisch. Auch war er der erste Geistliche hier, der unter Inspektion stand, während seine Vorgänger im Amte nach eigenem Belieben dasselbe verwaltet hatten. Auch stammt von ihm die erste Anlage des gr. Obstgartens."44)

10.09.1752-1800: Gottfried Ostermeyer (* 20.04.1716 Marienburg + 13.03.1800 Trempen), Sohn eines Weißgerbers, dessen Urahnen im Bayerischen und Österreichischen zu suchen sind. Gymnasium in Thorn.20) Hat über 55 Jahre im Kirchspiel Trempen als Präzentor und Ortspfarrer wirkte. Besuchte von 1732 bis 1740 das Litauische Seminar an der Albertina, danach einige Jahre als Hauslehrer. Wurde 1744 Präzentor und am 10.09.1752 durch Senior Schmidt aus Nordenburg in sein Amt als Pfarrer in Trempen eingeführt. Hatte zu seiner Unterstützung sog. Adjunkte: von 1778 bis 1788 Friedrich Albrecht Reitenbach19) (* 1747 Eikitten bei Memel) und Anton Wilhelm Westphal (1788-1800), der Ostermeyers Schwiegersohn war und nach dessen Tod 30 Jahre lang selbst Pfarrer in Trempen war. Ostermeyer gilt als Erforscher der klein-litauischen Kultur und gab 1781 gemeinsam mit dem Pfarrer Schröder von Ballethen ein litauisches Gesangbuch heraus. Von den 508 Liedern hatte er 80 selbst geschrieben. Dieses Gesangbuch löste eine heftige Kritik aus. Besonders hart wurde Ostermeyer von Christian Gottlieb Mielcke aus Pillkallen und von Daniel Friedrich Mielcke aus Mehlkemen angegriffen, die Beweise dafür hatten, dass Ostermeyer die übernommenen Lieder, besonders die von ihrem Vater Peter Gottlieb Mielcke, verunstaltet hatte. Ostermeyer erfuhr Kritik auch von anderen Pfarrern, die gegen jegliche Reformen waren. Die Streitigkeiten schadeten der Verbreitung des Gesangbuchs, so dass es beim Kirchenvolk, für das es gedacht war, nicht ankam. Der Verleger J. Hartung musste fast die ganze Auflage zur Makulatur geben.2) Ostermeyer berichtet darüber in seiner 1793 in Königsberg erschienenen "Ersten Littauischen Liedergeschichte. Ans Licht gestellet von Gottfried Ostermeyer".  Vermachte der Universitätsbibliothek ein Konvolut von 84 Drucken von Simon Dach, darunter 52 bis dahin in keiner Bibliothek am Ort vorhandene.7) In Litauen sind 1996 seine Gesammelten Werke herausgegeben worden.8) Rogge beschreibt ihn folgendermaßen: "Sein ganzes Haus war von Gelehrsamkeit so durchweht, daß seine, später an den Pfarrer Westphal in Trempen verheirathete Tochter, durch ihre gründlichen Kenntnisse in der griechischen Sprache oft die Candidaten in Verlegenheit setzte, welche das Haus ihres Gatten besuchten. Bei aller Gelehrsamkeit stand Ostermeyer im regen Verkehr mit dem Volke und lebte in seiner Gemeinde."6) Ostermeyer war verheiratet mit Anna Regina geb. Kalau und hatte neben der Tochter Justine mindestens einen Sohn Siegfried (* 23.10.1759 Trempen + 19.09.1821). "Er ist ein treuer und eifriger Seelsorger gewesen, bei seiner Gemeinde beliebt und geschätzt, blieb derselbe lange in bestem Andenken. Seine Grabstätte ist in der nördl. Ecke der Kirchhofsmauer; zu Ende der 50er Jahre [des 19. Jahrhunderts] noch von einer alten Verehrerin desselben mit einem neuen Kreuze, statt des früheren verfallenen hölzernen Denkmals ausgestattet. Um die litauische Sprache hat er sich durch mancherlei Schriften und Untersuchungen viele Verdienste erworben und war auch sonst ein klassisch gelehrter Mann; leider befindet sich von seinen wertvollen Schriften in dem hiesigen Archive nichts."45)

1800-1830: Anton Wilhelm Westphal (*20.02.1759 Försterischken + 19.11.1830 Trempen oo Justine Ostermeyer), "geboren den 20. Februar 1759 zu Försteriszken bei Heinrichswalde, wurde den 10. October 1788 zur hiesigen Pfarrer-Adjunctur ordinirt und den 16. November desselben Jahres introducirt. Er succedirte hierauf dem 1800 verstorbenen Senior und starb im Jahre 1831."18) Andere Quellen nennen übereinstimmend den 19.11.1830 als Sterbedatum. Hiernach wurde er 72 Jahre alt und war 42 Jahre im Amt)1). War "Schüler des Friedrichskollegiums in Königsberg, wo er von 1777-80 auch studirte; dann hielt er sich eine Zeitlang in Litauen auf, um sich in der litauischen Sprache zu befestigen und wurde [...] durch den Senior Keber aus Gerdauen im deutschen, und durch den Pfarrer Cholewius aus Dombrowken im litauischen Gottesdienst introduciert. Als Adjunkt war er auch wie sein Vorgänger [Reitenbach] zugleich Präcentor. Nach dem Tode seines Seniors erhielt W. die Stelle definitiv. Verheiratet war er mit der einzigen Tochter desselben, Justine Ostermeyer, die bei der mit ihren Brüdern gemeinschaftlich von ihrem Vater erhaltenen Jugenderziehung mancherlei gelehrte Kenntnis, auch der alten klassischen Sprachen, gewonnen hatte, und auch sonst von eigenartigem Wesen war. Ihre Ehe blieb ohne Kinder. Der Mann starb den 19. November 1830 und liegt neben seinem Schwiegervater beerdigt, und an seiner andern Seite die später gestorbene Frau. Beide Gräber sind auch durch die Anhänglichkeit einer Verehrerin dieses Pfarrerpaares mit neuen hölzernen Kreuzen geschmückt, nachdem die alten vom Pfarrer Lehmann gesetzten, beseitigt waren. W. stand bei der Gemeinde als ein gewissenhafter und eifriger Seelsorger und wohlwollender Mann trotz mancher Eigenart seines Wesens, in allgemeiner Liebe und Achtung."46)

1831-1880: Johann Heinrich Wilhelm Julius Lehmann (* 19.07.1800 Königsberg i. Pr. + 30.06.1880 Trempen) "ward den 6. Mai 1831 ordinirt und in demselben Jahre hieselbst eingeführt. Er hatte zuvor das Amt eines Gymnasial-Lehrers [zweiter Unterlehrer27)] in Gumbinnen bekleidet."18) War ein Schüler des Friedrichskollegiums in Königsberg unter dessen Direktor Gotthold.28) Er "studierte auch zu Königsberg von 1819 bis 1822. Seit dem 1. Januar 1823 ordentl. Lehrer am Friedrichsgymnasium zu Gumbinnen, und am Trinitatissonntage 1831 durch den Superintendenten Unverdorben aus Darkehmen hier [in Trempen] introduciert. Die Vakanz hatte 1/2 Jahr gedauert, während welcher Zeit der Präcentor Gustav Ostermeyer, ein Neffe des verstorbenen Pfarrers, das Amt versehen hatte. Am 6. Jan. 1873 feierte L. unter zahlreicher Beteiligung sowohl seitens der Vertreter der Behörden und Amtsgenossen, als auch insbesondere der Gemeindeglieder und sonstiger ihm nahestehender Freunde sein 50jähriges Amtsjubiläum, an welchem er auch mit dem roten Adlerorden IV. Klasse geschmückt wurde. Seine strenge Ordnungsliebe und Gewissenhaftigkeit, seine hingebenden und opferwilligen Bemühungen um die Wohlfahrt der Gemeinde, zumal in Zeiten der Not, seine treue Fürsorge für die würdige und schmucke Herstellung der Kirche und ihrer nächsten und weiteren Umgebung, sein gemütlicher Frohsinn im Verkehr des eigenen gastfreundlichen Hauses und außerhalb desselben: diese und manche andere trefflichen, den Zeitgenossen werten Eigenschaften eines mit seiner Gemeinde in treuer Liebe verbundenen Ehrenmannes fanden auch nach seinem am 30. Juni 1880 erfolgten Tode, sowohl bei der Beerdigungsfeier, als auch bei der Stiftung seines Grabdenkmales einen lebendigen Ausdruck."47) Lehmann hat eine 49 Seiten starke Kirchspielchronik "Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Trempen im Kreise Darkehmen" geschrieben, die sein Nachfolger Böhmer bearbeitet und erweitert hat und die 1895 bei E. Schulz in Darkehmen erschienen ist. Rogge zitiert bereits 1873 aus dem ungedruckten Manuskript.

01.10.1880-1906: Gustav Hermann Emil Böhmer. Geboren am 17.03.1845 in Reddenau als Sohn des Pfarrers in Reddenau Karl Friedrich Gustav Böhmer (* 04.03.1808 Adamsheyde + 11.08.1886 Insterburg). 1857-1863 Gymnasium in Rastenburg. Theologiestudium von 1863 bis 1866 an den Universitäten Königsberg und Halle. Erste Prüfung 1867, zweite Prüfung 1871, danach bis 1873 Hauslehrer. Ordination am 19.12.1873 in Königsberg durch General-Superintendent D. Moll. 1874 bis 1880 Pfarrer in Albrechtsdorf, Krs. Pr. Eylau. Heiratete in Quednau am 28.01.1874 Marie Elise Auguste geb. Schnell (* 09.03.1850 Neu Trempen + 29.02.1924 Berlin-Friedenau, Tochter des Rittergutsbesitzers auf Quednau Heinrich Ludwig Hermann Schnell22) und dessen Ehefrau Auguste Charlotte Leonide Rabe23)), mit der er zehn Kinder hatte, von denen fünf in oder bei Trempen geboren wurden. "Nachdem ihn das Patronat durch Berufungsurkunde vom 6. August 1880 für das hiesige Pfarramt [in Trempen] gewählt hatte, übersiedelte derselbe am 4. Oktober d. Js. hierher und wurde am 22. n. Trin. den 24 Oktbr. durch den Sup.-Verw. Pfarrer Stengel-Szabienen in sein Amt eingeführt."48) Böhmer starb am 19.02.1906 in Trempen.5)

1906-1926: Heinrich Johannes Franz Szczybalski (seit den 1930er Jahren umbenannt in Schibalski) (* 06.05.1872 Aweyden). Er wurde am 10.07.1898 ordiniert. Gehörte 1910 zum jungen Geistlichen-Nachwuchs  und entwickelte sich sehr erfreulich. Seine Stellung zur Gemeinde ist jeder Anerkennung wert; ebenso seine Lebenshaltung und seine vorwärtsstrebende Treue, wie es in einem Visitationsbericht aus diesem Jahre heißt. "Bei Szybalski [...] hatten wir den Eindruck, als hätte [er] zu früh die heilsame Gewohnheit wörtlicher Niederschrift und sicheren Memorierens [der Predigt] aufgegeben; nur so erklärte sich die Unflüssigkeit [seines] Vortrages." (zit. nach Angerapper Heimatbrief 1984, S. 24f.) War Hilfsprediger 1898-1903 in Wielitzken, Krs. Oletzko (VFFOW 11: "v. Szczybalski, Hch. Joh. Franz", was vielleicht ein Fehler ist, da alle anderen Pfarrerverzeichnisse ihn nicht nennen) oder Wieszen, Krs. Heydekrug (VFFOW 11: "Franz Schibalski") und 1903-1904 in Nikolaiken und 1904-1906 Pfarrer in Gr. Karpowen. Ging von Trempen 1926 nach Neuhausen, Krs. Königsberg, wo er bis 1939 amtierte. Nach dem Krieg lebte er als Pfarrer i. R. zunächst in Haldensleben, 1947 in Undenheim (Rheinpfalz), 1952 in Bad Harzburg und 1956 in Bornhausen bei Seesen.

01.06.1927-04.06.1932: Paul Bendrich. Geboren am 12.06.1898 in Tapiau. Ordiniert am 05.04.1925 in Königsberg/Pr. als Hilfsprediger in Szillen. Vom 01.07.1925 bis 1927 zweiter Pfarrer in Allenburg. Nach seiner Zeit in Trempen war er vom 05.06.1932 bis 1937 zweiter Pfarrer an der Deutschen Kirche in Tilsit und danach seit 1938 Pfarrer an der Altstädtischen Kirche in Königsberg, wo er am 14.03.1941 starb. Seine Ehefrau Meta lebte 1957 in Hamburg-Harburg.4)

1933-1945: Kurt Murach. Kam aus Juwendt, Krs. Labiau, wo er von 1928 bis 1933 Pfarrer war. Er war verheiratet mit Lieselotte Kelch (oo 09.05.1930 Barten), mit der er zwei Kinder (Martin * 10.11.1931 Königsberg und Renate) hatte, die heute in Berlin leben sollen. Seine weiteren Lebensdaten sind nicht bekannt. 1968 hielt er die Leichenpredigt für Hugo Rabe in Rheinbach bei Bonn. Er starb nach 1976.

Pfarrer Murach in Trempen

(Quelle: Archiv der Kreisgemeinschaft Angerapp)


Quellen:

Wenn nicht anders angegeben, ist nach den Angerapper Heimatbriefen 1984 und 1990, nach Rogge und nach VFFOW 11, die Frau Ina Kraus dankenswerter Weise für unsere Zwecke bearbeitet hat, zitiert.

1) APG 42 (1994), Bd. 24, S. 428; Vaterländisches Archiv für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Agrikultur oder Preuß. Provinzial-Blätter, 13. Bd, S. 365; Böhmer/Lehmann, Anm. 31, S. 43

2) http://www.mazoji-lietuva.lt/article.php?article=239&sess_mazojilietuva=a7186985782925863b760ac012b479fb

3) VFFOW 11 II, S. 24

4) ebd., S. 92

5) ebd., S. 160

6) Rogge, S. 127

7) nach: Axel E. Walter: Bemühungen um Simon Dach. Eine wissenschaftsgeschichtliche Darstellung zu den Dach-Ausgaben und zur Rezeption eines "ostpreußischen" Dichters, in: Berichte und Forschungen. Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Bd. 14 (2006), S. 59ff.

8) Gotfrydas Ostermejeris: Rinktiniai Rastai. Hg. v. Liucija Citaviciute. Vilnius 1996. Besonders genannt seien vier seiner Schriften: a) Historische Nachrichten vom Trempenschen Kirchspiele (1793) b) Edle Handlungen im Kirchspiel Trempen (1791) c) Kritischer Beytrag zur Altpreußischen Religionsgeschichte. Marienwerder 1775 d) Über die Schullehrer bei den Kirchen in unserem Lithauen (1798) (a, b und d jeweils im Preußischen Archiv veröffentlicht); zu seiner Bedeutung für die Lituanistik vgl. Vincentas Drotvinas: Die Anfänge der litauischen Philologie an der Königsberger Universität (16.-18. Jahrhundert), in: Kulturgeschichte Ostpreußens (Anm. 19), S. 417f.)

9) Angerapper Heimatbrief 1990, S.21

10) ebd., S. 25

11) ebd., S. 23

12) ebd., S. 27

13) ebd. S. 24

14) ebd., S. 25f.

15) Angerapper Heimatbrief 1992, S. 29

16) Angerapper Heimatbrief 1982, S. 18ff.

17) Genealogie Lemmel

18) Rhesa, Ludwig (Hg.): Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern als Fortsetzung der Arnoldtschen Prebyterologie. Königsberg 1834, S. 35

19) "Friedrich Albrecht Reitenbach, geboren zu Eikitten bei Memel 1747, war zuerst Subrector bei der Stadtschule in Gumbinnen, ward Dom. 3. Advent 1778 [=13.12.1778] als Adjunct des Ostermeyer und im Sommer 1788 [Dom. 7. p. Trin. = 06.07.1788] als Pfarrer in Skaisgirren introducirt." (ebd.) Er starb im Januar 1797 in Skaisgirren. Schüler des Friedrichscollegiums in Königsberg, wo er auch studiert hatte, wurde 1768 Subrektor in Gumbinnen (vgl. Böhmer/Lehmann, Anm. 31, S. 42f.

20) Google eBook

21) Sembritzki, Johannes:  Geschichte der königlich preußischen See- und Handelsstadt Memel. Memel 1926, S. 178.

22) Lebensdaten von Heinrich Ludwig Hermann Schnell: * 26.08.1819 Königsberg/Pr. + 19.01.1893 Quednau oo I. 08.08.1845 Ernstburg Auguste Charlotte Leonide Rabe

23) Lebensdaten von Auguste Charlotte Leonide Rabe: * 31.07.1820 Ernstburg + 25.12.1856 Neu Trempen

24) Kinder von Gustav Hermann Emil Böhmer:

1. Gustav Hermann Ernst Böhmer * 31.10.1874 Albrechtsdorf + 04.10.1955 Magdeburg

2. Hugo Emil Georg Böhmer * 14.03.1876 Albrechtsdorf + 16.07.1876 Albrechtsdorf

3. Otto Emil Hermann Böhmer *31.03.1877 Albrechtsdorf + 29.01.1878 Quednau

4. Elfriede Elise Marie Friederike Auguste Böhmer, zul. Konrektorin in Berlin-Steglitz *28.09.1878 Albrechtsdorf

5. Emil Hermann Paul Gerhard Böhmer, Oberlandwirtschaftsrat (Verfasser der Familiengeschichte "Das Schicksal des Geheimen Tribunalrates Friedrich Ehrenreich Behmer und seiner Familie", Coburg 1936 bzw. 1938 in der Zeitschrift des Vereins für die Geschichte Berlins 55, S. 12-17, ein Exemplar befindet sich in der Staatsbibliothek Berlin) * 08.10.1879 Albrechtsdorf + 20.05.1964 Berlin-Lichtenrade oo 23.05.1907 Wasserleben am Harz Eva Mathilde Henneberg

6. Auguste Ida Marie Böhmer * 14.10.1880 Kurland bei Trempen + 21.11.1881 Trempen

7. Elfriede Marie Hanna Böhmer * 04.11.1881 Trempen + 20.01.1882 Trempen

8. Elise Emilie Böhmer, zul. Gewerbeoberlehrerin in Berlin-Friedenau * 26.11.1882 Trempen

9. Hermann Emil Max Böhmer * 25.12.1884 Trempen + 19.02.1951 Harzgerode oo Berlin-Steglitz Lotte Klara Burghardt

10. Friederike Elfriede Elise Anna Margarethe Böhmer, Leiterin eines chemischen Labors in Berlin * 02.07.1891 Trempen + 17.01.1955 Berlin 

25) Vaterländisches Archiv für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Agrikultur, oder Provinzialblätter, 15. Bd., Königsberg 1836, S. 344

26) Kirrinis, Herbert: Geschichte der Friedsrichsschule zu Gumbinnen. 1963, S. 44; Neugebauer druckt einen Bericht Mühlenkampfs vom 02.04.1764 an das Etats-Ministerium ab in: Neugebauer, Wolfgang (Hg.): Schule und Absolutismus in Preußen [Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Bd. 83]. Berlin - New York 1992, S. 222. In diesem Bericht beklagt er sich über den schlechten Zustand des litauischen Landschulwesens und rügt den mangelnden Schulbesuch der Kinder.

27) Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik oder Kritische Bibliothek für das Schul- und Unterrichtswesen. 1 Jg. Leipzig 1831, S. 469

28) Google eBooks

29) Fachbuch, S. 44

30) Kneschke, Ernst Heinrich: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Leipzig 1870, S. 247

31) Böhmer, Emil: Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Trempen im Kreise Darkehmen dargestellt von Pfarrer Julius Lehmann, bearbeitet und erweitert von Pfarrer Emil Böhmer. Darkehmen 1895, S. 39

32) ebd.

33) ebd.

34) ebd.

35) ebd.

36) ebd.

37) ebd.

38) ebd., S. 40

39) ebd.

40) ebd.

41) Angerapper Heimatbrief 1992, S.27

42) Böhmer/Lehmann, a.a.O., S. 40f.

43) ebd., S. 41

44) ebd., S. 42

45) ebd.

46) ebd., S. 43

47) ebd., S. 43f.

48) ebd., S. 44

49) Über den Vater des Trempener Pfarrers heißt es:

"Johannes Tortilowitz von 1537-1570 [Pfarrer in Engelstein, Krs. Angerburg]; * um 1500 vermutlich in Batocki (Litauen), 15 km nordöstlich Tauroggen, aus Adelsfamilie stammend, zunächst katholischer Geistlicher in Litauen, wird um 1534 lutherisch und wendet sich nach Preußen, kurze Zeit evangelischer Pfarrer zu Tilsit und Insterburg, 'erster lutherischer Apostel in Preußisch-Litauen', spricht lateinisch, polnisch und litauisch, 1537 vom Herzog ins Amt Angerburg verordnet, übernimmt im gleichen Jahre die Pfarre Engelstein, bezeichnet sich als 'Archipresbyter Engelsteinensis', auch 'Archipresbyter quatuor ecclesiarum ditionis Angerburgensis', nennt sich 1547 'alter schwacher Mann, daneben mit kleinen unerzogenen Kindern beladen', hat einige Streitigkeiten mit dem Angerburger Amtshauptmann Hans Pusch und dessen Bruder zu Barten wegen der Fischerei im Engelsteiner See; seine älteste Tochter vermählt sich 1557 mit dem Pastor zu Nordenburg. Michaelis (= 29. IX.) 1558 bestätigt ihm der Herzog den Besitz von zwei Krügen samt vier Huben Acker und Wiesen im Dorf Engelstein zu kölmischen Rechten, als 'altem Diener des Wortes' wird ihm der Zins erlassen, auch 'weil er sich in dem heiligen Reformationswerk als ein wahrer vernünftiger und standhaftiger Theologus hat gebrauchen lassen'. Am 9. VI. 1570 veräußert er auf dem Königsberger Jahrmarkt fünf Huben Wald bei Engelstein (an der Grenze gegen Doberschlag, heute Hartenstein), die er von dem Angerburger Amtsschreiber Caspar Biener gekauft hat, an den Kämmerer Wilhelm Tiefel für 400 Mark." (Beiträge zur Familiengeschichte altpreußischer Pfarrer. 1. Engelstein. Von Martin Rohr, in APG AF Bd. 4 (1943), S. 101)

50) Jenny Knopp geb. Sperber: Sechs Brüder Sperber, Melanchthons Jünger im Herzogtum Preußen, und ihre Nachkommen im geistlichen Amt, in: APG AF Bd. 1 (1928), S. 12


Seite erstellt am 12.03.2007

letzte Änderung: 12.04.2012