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Kirchspiel Wilhelmsberg

evangelisch-lutherische bzw. uniierte Gemeinde

evangelisch-reformierte Gemeinde

 

Das evangelische Kirchspiel Wilhelmsberg wurde 1724, das reformierte 1726 gegründet. "In Wilhelmsberg machte man 1724 einen Anfang, eine Kirche zu bauen; es ward auch zu Ausgange desselben Jahres ein Pfarrer daselbst introduciret; weil er aber nicht Litthauisch konnte, gieng es den Litthauern, wie den Malwißkern [hier hielten sich die Litthauer zu einer Nachbargemeinde, bis der Pfarrer ihre Sprache erlernt hatte], [...] welches, weil sein Nachfolger auch nicht Litthauisch konnte, bis 1746 gewähret hat."12) Die Kirche wurde 1725 aus Feldsteinen erbaut. Als Friedrich Wilhelm I. um diese Zeit die Domäne Königsfelde besuchte, taufte er das Dorf Klikutsch in Wilhelmsberg um.

Das Kirchspiel Wilhelmsberg "verdankte seine Entstehung der Notwendigkeit, füpr die zum großen Teil reformierten Kolonisten kirchliche Erbauung zu schaffen. Da die neue Kirche beiden Konfessionen dienen sollte, kam es bald zu häßlichen Streitigkeiten zwischen den beiden Wilhelmsberger Geistlichen. Es entstanden auch Konflikte mit anderen Kirchspielen, so mit Darkehmen. [...] Erst nach 1760 drang der Duldungsgedanke des großen Königs [Friedrich II.] durch, und die gegenseitige Schikane hörten auf."17)

1817 war es im Zuge der Vereinigung der evangelisch-lutherischen und der evangelisch-reformierten Kirche zur später so genannten Kirche der Altpreußischen Union gekommen. In diesem Zuge wurden 1819 auch die beiden Gemeinden in Wilhelmsberg "uniert". 1818 hatte es 2042 Reformierte und 1675 Lutheraner gegeben, wobei die Zahl der Reformierten sich sicher auch aus anderen Kirchspielen rekrutierte. 1845 gab es nur noch vier reformierte Wirtsfamilien, 1862 schließlich war kein einziges reformierten Gemeindemitglied mehr vorhanden.14)

Die Kirche wurde 1828/1829 umgebaut und im Februar 1829 eingeweiht. 

1912 hatte die "unierte" Kirchengemeinde 3.180 Einwohner sowie 10 Schulen mit 11 Lehrern. Es handelte sich um eine Kirche Königlichen Patronats.
Zum Kirchspiel gehören 1912 folgende Orte (*  hinter dem Ortsnamen bedeutet, dass eine Schule vorhanden war):

Außerdem gehörten zum Kirchspiel: Kl. Gudellen und Meszehnen aus dem Kreis Goldap sowie Jucknischken und Didschiddern aus dem Kreis Gumbinnen.

Anlässlich einer Kirchenvisitation im Jahre 1910 wurde festgestellt, dass bei der Kirche ein Turm fehlt. Die Gemeinde möchte ihn bauen, bisher aber versagt die Regierung der reichlich belasteten Gemeinde die Bestätigung. Das Pfarrhaus ist alt und feucht. Die Orgel bedarf einer gründlichen Reparatur, das Orgelspiel wird als befriedigend bezeichnet.

Zur Frage des Litauertums hat Kreisschulrat Christoph Kairies (gest. 1951) aus Tilsit in einer im Auftrage des Reichs- und Staatskommissars für das Memelgebiet erstellten Dokumentation im Juli 1921 auf Grund einer Anfrage an die betreffenden Geistlichen festgestellt: "Überhaupt keine Litauer vorhanden."

Die Kirche hat nicht nur den Krieg überstanden, sondern auch die Zeit danach und steht heute noch. Genutzt wurde sie bis 1994 als Getreidetrocknungsanlage, seitdem hat sie keine Verwendung mehr. Der Fachwerkturm ist verschwunden, Türen und Fenster sind mit Brettern verschlossen. An den Seiten wurde hölzerne Anbauten hinzugefügt. Bis auf das Häuschen neben der Kirche, möglicherweise das ehemalige Pfarrhaus, macht der Ort, der heute Jablonowka heißt, einen heruntergekommenen Eindruck.

Ostfront der Kirche in Wilhelmsberg 2006

Pfarrhaus oder Gutsgebäude neben der Kirche heute

 

 

Quelle: www.ostpreussen.net

 

Evangelisch-lutherische bzw. uniierte Pfarrer waren:

1724-1736: Johann Christoph Cammerhoff.

1737-1746: Chr. F. G. Pyllemann. War bis 1737 Präzeptor am Militärkrankenhaus Potsdam.18)

1746-1756: Johann Trentovius (* 17.05.1700 Lyck als Sohn des Pfarrres Matthias Trentovius in Pissanitzen + 19.04.1765 Gawaiten). Sein Vater stammt aus der Familie von Grzymala, nannte sich aber nach seinem Gut Trentowski, woraus latinisiert Trentovius wurde. Johann war zuvor Pfarrer 1727-1731 in Kinten, Krs. Heydekrug und 1731-1746 an der Alten Kirche in Goldap. Nach seiner Zeit in Wilhelmsberg wurde er nach Gawaiten, Krs. Goldap, versetzt, wo er von 1756-1765 amtierte und auch starb.3) Er war seit 1728 verheiratet mit einer geborenen Wilke und hatte zwei Söhne, die wie er, sein Vater und sein Großvater Pfarrer wurden: Theodor Friedrich und Heinrich Ephraim Trentovius (* 1738 Goldap + 1810) 1758-1761 bzw. 1762-1771 in Puschdorf.19)

1756-1780 (1784?): Gottlieb Andreas Kahnert (+ 23.04.1784). Er war von 1748 bis 1753 Adjunkt und von 1753 bis 1756 Pfarrer in Jodlauken, Krs. Insterburg, bevor er nach Wilhelmsberg kam.

1781-1807: Heinrich Friedrich Schultz, "gewesener Schul-College in Ragnit, cum spe succ. adjungirt und Dom. Septuagesima 1781 introducirt. - Nach dem den 23. April 1784 erfolgten Tode des Seniors rückte der Adjunct in dessen Stelle und starb den 21. September 1807."13)

1808-1811: Daniel Friedrich Wüsthoff (* 10.05.1754 Popelken + 02.01.1827 Gawaiten), war dort anfangs Präzentor, danach in gleicher Funktion in Bilderweitschen. Seit 1782 (Ordination am 15.11.1782, Amtsantritt am 15.12.1782) "[...] Pfarrer in Jodlaucken, wurde den 6. März 1808 allhier introducirt und ging 1811 als Pfarrer nach Gawaiten."13) Dort war sein Amtsantritt am 08.09.1811. Wird als Subskribent erwähnt in Theodor Heinsius' "Bardenhain für Deutschlands edle Söhne und Töchter" von 18091)

1811-1812: Heinrich Samuel Leeder (* 25.11.1764 Königsberg + 04.04.1812 Wilhelmsberg), "geboren in Königsberg den 25. Novbr. 1764, anfangs Cantor in Neukirch, trat den 9. Februar 1812 in Wilhelmsberg sein Amt an, starb aber schon den 4. April desselben Jahres in einem Alter von 46 Jahren."13) Leeder wurde am 17.04.1780 immatrikuliert. 1789 wurde er Präzentor in Karkeln und 1805 Präzentor in Neukirch. Ordiniert wurde er am 06.09.1811 zum Pfarrer in "Willenberg" (gemeint ist Wilhelmsberg!). Er beherrschte die alten Sprachen vollkommen. Er war verheiratet mit Dorothea Fritz, mit der er fünf Kinder hatte.21)

1812-1818: Friedrich Constantin Marcus, "geboren in Grabnick den 22. Mai 1781, wurde 1803 Conrector in Insterburg und dann als Hilfsprediger bei der dasigen lutherischen Kirche den 17. März 1811 ordinirt. - Seine Introduction in Wilhelmsberg erfolgte den 13. September 1812; worauf ihm 1818 [Introduktion am 01.11.1818] die Pfarrerstelle in Kussen übergeben ward."13) Marcus war 1811-1812 Hilfsprediger an der Lutherkirche in Insterburg. Ein Sohn Julius Eugen Constantin wurde am 06.09.1806 in Insterburg geboren.16) Marcus wurde im Zuge der Union der lutherischen und der reformierten Kirche nach Kussen versetzt, weil in Wilhelmsberg jetzt nur noch ein Pastor erforderlich war. Dort war er von 1818 bis 1848 Pfarrer.

1818-30.12.1845: Philipp Gottfried Bierbrauer. War reformierter Prediger in Wilhelmsberg, übernahm "nach der mit dem Pfarrer Marcus geschehenen  Union [1818], das Pfarreramt bei der ganzen unirten Gemeinde. Er ist zu Gumbinnen geboren den 27. März 1770; wurde im Juni 1801 in der Burgkirche in Königsberg ordinirt, den 20. Juli ej. a. als Prediger [bei der französisch-reformierten Gemeinde] in Gumbinnen und den 10. October 1804 als Prediger in Wilhelmsberg introducirt."13) Geboren am 27.03.1770 in Gumbinnen als Sohn des Bäckermeisters Friedrich Bierbrauer und dessen Ehefrau Maria Dorothea geb. Lemke (* ~ 1746 + 26.06.1813). Studierte Theologie an den Universitäten Königsberg/Pr. (seit 12.10.1786) und Frankfurt/Oder (seit 17.10.1791). War 6 1/2 Jahre Informator am Königlichen Waisenhaus in Königsberg. Nach Friedwald Moellers Pfarrerbuch wurde er im Juni 1801 in Königsberg in der Burgkirche ordiniert und am 20.07.1801 als reformierter Prediger in Gumbinnen und am 10.10.1804 an der Simultankirche in Wilhelmsberg als Adjunkt (Bestallung 05.09.1804 Berlin) eingeführt. 1805 wurde er Prediger in Wilhelmsberg, versorgte aber daneben bis 1807 noch die Gumbinner Gemeinde. Heiratete in erster Ehe am 27.09.1802 Friederike Henriette geb. Volprecht (* 1781 + 24.06.1813 Wilhelmsberg), mit der er sechs Kinder hatte, und nach deren Tod ihre Schwester Louise Charlotte (12.02.1787 Landkeim bei Königsberg/Pr.), beide Töchter des Gutspächters in Landkeim Jacob Albrecht Volprecht und der Anna Barbara geb. Vanhöffen. Ein Sohn Otto studierte in Königsberg und war 1830 Präzentor in Gawaiten. Seine Pflegetochter Henriette, die Tochter seines Bruders Carl Ludwig (Bäckermeister in Gumbinnen), heiratete den Pfarrer in Pelleningken Eduard Hundertmark. Bierbrauer starb am 30.12.1845 in Wilhelmsberg.5)

1847-1872: Heinrich Wilhelm Gustav Adolph Marks. War zuvor von 1834 bis 1847 Pfarrer in Kinten, Krs. Heydekrug. Lieferte 1870 einen Axthammer von der Feldmark Gr. Kolpacken als Geschenk für die Altertümer-Sammlung der Alterthumsgesellschaft Prussia ein.15)

1872-1893: Johann Alexander Franz Arbeit. Geboren am 18.07.1824 in Allenburg/Opr. als Sohn des dortigen Konrektors Johann Samuel Arbeit und dessen Frau Amalie Henriette Wannovius. Gymnasium in Rastenburg und Rößel. An der Universität Königsberg/Pr. seit dem Sommersemester 1847. Heiratete am 09.08.1850 in Lyck Adelheit Friederike Ludowike Vogel (1825-1905), mit der er neun Kinder hatte.11) 1851-1855 Rektor in Willenberg, 1855 dritter Lehrer in Lötzen. 16.08.1856-1859 Prorektor in Lötzen, dann Rektor in Gerdauen. Danach Predigtamts-Kandidat und Rektor in Dt. Eylau. 1872 zum Pfarrer in Wilhelmsberg ordiniert. Am 01.10.1893 emeritiert. Gestorben am 24.02.1910 in Königsberg/Pr.4)

1894-1919: Friedrich August Klein (* 13.12.1863 Gerwischkehmen als Sohn des Wirts Friedrich Klein und der Auguste Hein + 20.06.1919 Wilhelmsberg). Abitur 1885 in Insterburg. Theologiestudium in Königsberg (immatrikuliert Mich. 1884), während des Studiums von Michaelis 1884 bis Ostern 1887 Mitglied des Corps Baltia2). 1891 ordiniert. War 1891 und 1892 Hilfsprediger in Neukirch, Krs. Niederung,  wo er am 09.02.1893 Margarete Hoffheinz heiratete, und von 1892-1894 Pfarrer in Karkeln.20)

1920-1928: Walter Schultz.

1928-1945: Johannes Schenk. War von 1926 bis 1928 Pfarrer in Juwendt, Krs. Labiau. Seit 1932 Mitglied des Kreisvereins für Heimatforschung Darkehmen.


Von 1725 bis 1818 gab es in Wilhelmsberg auch eine reformierte Kirchengemeinde. "Am I. Adventssonntag 1725 hatte Pfarrer Johann Christoph Cammerhof, der in Halberstadt ordiniert war, Kolonisten aus dem Halberstädtischen und dem Magdeburger Gebiet hierhergeleitet hatte, die neue Kirche einweihen können. [...] Die neue Kirche war von vornherein als Simultankirche gebaut, so daß sie zwei Sakristeien hatte, fast ein Unikum in dieser Art. [...] Die Gemeindemitglieder saßen in den lutherischen Kirchspielen Darkehmen, Gawaiten, Kleszowen, Nemmersdorf, Szabienen, Walterkehmen und Tollmingkehmen. Hier waren die verschiedensten Ämter zuständig: Königsfelde, Kiauten, Maygunischken, Waldaukadel, Weedern, Dinglauken, - mit wievielen lutherischen Pfarrern, mit wievielen Amtmännern hatte es der reformierte Prediger in Wilhelmsberg zu tun? Es konnte nicht ausbleiben, daß Spannungen und Verstimmungen auftraten."10)

Die reformierte Kirchengemeinde hatte folgende Pfarrer:

1726-1731: Georg Philibert Müller, Sohn des Pfarrers und Kircheninspektors (von 1699 bis zu seinem Tod) Johann Jacob Müller (+ 1723) in Umbstatt (heute: Groß-Umstadt bei Darmstadt), heiratete 1718 in Rengsdorf, Krs. Neuwied, Maria Sophia Lepper, Tochter des Rengsdorfer Pfarrers Andreas Ludwig Lepper. Dem Paar wurden in Rengsdorf drei Kinder geboren und getauft: Jacob Ludwig * 1718, Wilhelmina Ernestina * 1720 und Friedrich Wilhelm Philipp * 1722. Nach dem Tod seines Schwiegervaters im Herbst 1722 wurde Müller von der Landesherrschaft in Neuwied als Pfarrverweser für das Kirchspiel Rengsdorf eingesetzt. Vermutlich hat man ihm auch Hoffnung gemacht, die vakante Pfarrstelle später übernehmen zu können. Nachdem aber im Jahre 1723 ein anderer Pfarrer die Stelle bekam, entschloss sich Müller, mit Frau und drei Kindern in die "Lithau" auszuwandern. Vor seiner Abreise, wohl 1724, vermachte er der Armenkasse in Rengsdorf evtl. anfallendes Erbe für seine Kinder.8) Am 01.07.1731 wurde er als Pfarrer der 1725 für die eingewanderten evangelisch-reformierten Familien gegründeten Kirche in Göritten, Krs. Stallupönen, introduziert. Er starb wohl dort am 09.04.1735.9) 

1731-08.11.1732: Johann Jakob Crug (Krug), "ein Kasselaner, der über 4 Jahre Rektor an der reformierten Schule in Memel und von 1726 [bis 1731] an Prediger und Informator am Kgl. Waisenhaus in Königsberg war".10) Er starb am 08.11.1732.

1734-1738: David Herwie (*17.09.1707 Königsberg). Entstammte einer englischen Familie. Studierte in Königsberg. "Er war [seit 20.08.1731] knapp 2 Jahre Inspektor am Kgl. Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin, amtierte in Wilhelmsberg bis 1738, kam nach Pillau und starb dort am 9.6.1775."10) In Pillau wie in Wilhelmsberg war er reformierter Prediger.

1738-1743: Christian Philipp Jacobi. Heiratete 1740 und 1742 in der Reformierten Burgkirche in Königsberg Jgfr. Charl. Lampin (Januar 1740) bzw. Jgfr. Sophia Wilhelmina Cannot.6)

1743-1753: Johann Abraham Hibelet. War vorher von 1731 bis 1743 reformierter Pfarrer am Königlichen Waisenhausin Königsberg/Pr.

1753-1762: David Elsner.

1762-20.01.1805: Friedrich Tamnau (+ 20.01.1805)7)

1790-1798: Johann Ernst Lüls (* 1753 Insterburg + 1832 Göritten). War 1779 bis 1798 Prediger der französisch reformierten Gemeinde in Gumbinnen und seit 1790 in Wilhelmsberg als Tamnaus Adjunkt tätig. 1798 ging er als reformierter Pfarrer nach Göritten, wo er 1809 Superintendent und Konsistorialrat im Litauischen Konsistorium wurde. 1802 hatte er sich neben Friedrich Schleiermacher auf die nach dem Tode von Daniel Ernst Andersch vakante Stelle als 1. Hofprediger an der deutsch-reformierten Kirchengemeinde in Königsberg beworben. Allerdings erhielt keiner der beiden diese Stelle, sondern Johann Wilhelm Abegg. Nach der 1819 erfolgten Union blieb er Pfarrer und Superintendent in Göritten und feierte dort am 29.11.1829 sein 50. Dienstjubiläum. Bei dieser Gelegenheit wurden ihm der rote Adlerorden dritter Klasse verliehen.

1798-1804: Ernst Friedrich Brodowsky. (* 16.04.1765 Goldap + 24.05.1804 Wilhelmsberg). Studierte in Königsberg und Frankfurt, war danach zehn Jahre Inspektor  am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin. Wurde  am 13.12.1798 im Dom in Berlin ordiniert und am 29.12.1798 als Tamnaus Adjunkt in Wilhelmsberg vereidigt. Diesen Dienst trat er am 03.01.1799 an.

1805-1818: Phil. Gottfried Bierbrauer, der von 1804 bis 1805 Adjunkt Tamnaus war. Von 1818 bis 1845 war er "unierter" Pfarrer für die reformierte und evangelische Kirchengemeinde (s.o.).


Quellen:

1) Google-Books

2) Gerhard Lehmbruch: Mentalitäten, soziale Strukturen und regionale politische Kulturen im ländlichen Protestantismus Ostpreußens. Vorbemerkungen zu den Lebenserinnerungen des Pfarrers Friedrich Wilhelm Müller (1863-1941), in: Altpreußische Geschlechterkunde. Neue Folge. Bd. 40 (2010), S. 30

3) APG 52, S. 369

4) VFFOW 11 II, S. 38

5) ebd., S. 121

6) VFFOW 114, S. 375 und 389

7) QMS 1, S. B 308

8) Frdl. Mitteilung von Karl Anhäuser v. 19.10.2011; Walsdorff (vgl. Fn. 10) nennt als Vater den Prediger Friedrich Amadeus Müller in Nockerau und als Geburtsdatum den 03.02.1696 in Nockerau in der Pfalz und fährt fort: "Er war mehr als 6 Jahre Prediger in der Grafschaft Neuwied gewesen, dann in der Grafschaft Sayn und schließlich mit Kolonisten nach Litauen gekommen und in Toll[m]ingkehmen tätig gewesen. Er ging 1731 nach Göritten, einem jungen Kirchdorf, dessen Kern eine Nassauer Kolonie bildete, und zu dem sich Reformierte aus annähernd 200 Orten hielten." Das scheint falsch zu sein. Die Diskrepanz in den Angaben zur Abstammung und zur Herkunft hat Herrn Anhäuser veranlasst, seine Recherchen wie folgt zusammen zu fassen:

Pfarrer Georg Philibert Müller von Rengsdorf.

Trauung in Rengsdorf 1718 – Quelle: KB II S. 228:

Den 3. Feb. sind zum ersten mahl proclamirt worden: der Ehrwürdige und Hochgelehrte Herr Georg Philibert Müller, des Hochwürdigsten und Hochgelehrten Herren Joh. Jacob Müllers Inspectoris zu Umbstatt in der Pfaltz ehelicher Sohn, und Maria Sophia [* Rengsdorf, ~ 16.1.1696 Rengsdorf, Tochter der Eheleute Andreas Ludwig Lepper, pastor loci, und Maria NN. – Quelle: KB Rengsdorf II S. 9] meine, alß pastoris loci eheliche Tochter.

Die Heirat wird wohl am 13.2.1718 erfolgt sein.

Sein Vater, Chur-Pfältzischer Inspector der reformierten Kirche zu Umbstadt und Otzberg, traute am Montag 20. Februar 1702, abends um 10 Uhr im Curtischen Haus zu Umstadt, Fürst Christian Carl (* 20.8.1674), Herzog zu Schleswig-Holstein pp. mit Dorothea Christina von Aichelberg. Die Trauung erfolgte nach der Chur-Pfältzischen reformirten Kirchen-Ordnung. Ein Copulations-Schein wurde am 3. April 1702 ausgestellt.

Kinder:

Jacob Ludwig, geb. in Rengsdorf, ~ 26. Xbr. 1718 – Paten: Herr Joh. Jacob Müller, Inspectoris zu Umbstatt – und Andr. Ludwig Lepper, Pastor zu Rengsdorf. Quelle: KB Rengsdorf II S. 162.

Wilhelmina Ernestina, geb. in Rengsdorf, ~ 28. Juli 1720 – Paten: Herr Ludwig Wilhelm Lepper, Pfarrer zu Oberdreis – und Ernestina, Joh. Hofmans Hausfrau zu Grentzelberg. Quelle: KB Rengsdorf III S. 3.

Fridericus Wilhelmus Philippus, geb. in Rengsdorf, ~ 22. Dom. post Trin. 1722 (= 1.11.) – Paten: Friedrich Amadeus Müller, Herrn Inspectoris zu Umbstatt in der Churfürstl. Pfaltz jüngster Sohn – Albertus Wilhelm Melsbach zu Rengsdorf – Catharina Philippina Malertin, Herrn Schultheisen von Oberdreis seine Frau. Quelle: KB Rengsdorf II S. 15.

Bei diesem Taufeintrag wird der Vater als Pfarrverweser der Kirche zu Rengsdorf genannt. Sein Schwiegervater starb im November 1722 und wurde am 8. begraben:

Den 8ten 9br. ist zu Rengsdorff in der Kirchen begraben worden der in Gott ruhende Weylandt Wohlerbürtig und Hochgelehrte Herr Andreaß Ludwig Lepper, Prediger deß Kirchspieles Rengsdorff, im 71. Jahr seines Alters. – Quelle: KB Rengsdorf III S. 322.

Es hat den Anschein, dass nach dem Tod von Andreas Ludwig Lepper sein Schwiegersohn vom Konsistorium als Pfarrverweser in Rengsdorf eingesetzt wurde. Ob sich dadurch Müller Hoffnung auf die verwaiste Pfarrstelle gemacht hat, ist zu vermuten. Vielleicht aber hat man 1723 bei der Neubesetzung der Stelle dem erfahrenen knapp 50-jährigen Johann Gerhard Melsbach den Vorzug gegeben, der im Mai die Pfarrstelle antrat.

1724 entschloß sich Georg Philibert Müller mit seiner Familie in die „Lithau“ nach Ostpreußen auszuwandern. Dabei erklärte er, wenn er oder seine Kinder nicht zurückkehren würden, sein Erbteil der Armenkasse zu vermachen. Vgl. Marie-Luise Dingeldey – 1150 Jahre Rengsdorf – S. 122, mit Hinweis auf FWA 64-12-3.

1724 veranlasste König Friedrich Wilhelm I. von Preußen den Bau einer Kirche in Wilhelmsberg, Landkreis Darkehmen, die 1725 eingeweiht wurde. In ihr amtierten fortan lutherische und reformierte Pfarrer. Georg Philibert Müller war der erste reformierte Pfarrer und dort bis 1731 im Amt.

Danach bekam er die Pfarrstelle in Göritten, die ebenfalls 1725 für die Einwanderer gegründet und eingerichtet  wurde. Dort wurde er am 1. Juli 1731 introduziert, also in die Gemeinde eingeführt, und starb am Abend vor Ostern, am 9. April 1735.

9) http://list.genealogy.net/mm/archiv/ow-preussen-l/2004-07/2004-07f.html

10) APG 9, S. 370

11) www.familysearch.org

12) D. Dan. Heinr. Arnoldts Kurzgefaßte Kirchengeschichte des Königreichs Preußen. Königsberg 1796 (Google eBook)

13) Rhesa, Ludwig (Hg.): Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern als Fortsetzung der Arnoldtschen Prebyterologie. Königsberg 1834, S. 37

14) Kirche im Osten. Bd. 8. 1965, S. 129

15) Altpreußische Monatsschrift, Bd. 7. Königsberg 1870, S. 177

16) Rosenberg, Bernhard Maria: Die ostpreußischen Abgeordneten in Frankfurt 1848/49. 1970, S. 86

17) Storz, Karl: Darkehmen. Geschichte des Wohnplatzes und der Stadt bis zur Gegenwart. Darkehmen 1925, S. 51

18) http://192.124.243.55/cgi-bin/gkdb.pl?x=u&t_show=x&wertreg=PER&wert=pyllemann+%3C1737%3E++-+BIOGRAFIE&reccheck=,18462

19) http://list.genealogy.net/mm/archiv/ow-preussen-l/2004-07/msg00193.html

20) vgl. APG 1933, S. 87

21) vgl. APG 1934, S. 3. Leeder hatte folgende Kinder:

1. Heinrietta Dorothea Leeder * 04.10.1790 (Karkeln)

2. Friedrica Carolina Leeder * 31.12.1791 (Karkeln)

3. totgeborenes Kind +* 28.05.(06.?)1795 (Karkeln)

4. Heinrich Leopold Leeder * 07.06.1796 (Karkeln)

5. Hanna Aemilia Leeder * 17.09.1799 (Karkeln) + 02.01.1800 (Karkeln)

Quelle für alle  Pfarrer: VFFOW 11.


Seite erstellt am 12.03.2007

letzte Änderung: 13.02.2012