Friedrich Gustav von Bramann (1854-1913)

 

Fritz Gustav (von) Bramann wurde am 25.09.1854 als Sohn des Gutsbesitzers Ernst Bramann auf Szameitschen, Kirchspiel Wilhelmsberg, und der Wilhelmine geb. Buttgereit in Wilhelmsberg geboren. Er besuchte die Friedrichsschule zu Gumbinnen und studierte von 1875 bis 1879 Medizin in Königsberg und war dort mehrere Jahre als Assistenzarzt am Städtischen Krankenhaus tätig. Seit 1884 arbeitete er bei Professor Ernst von Bergmann an der Chirurgischen Universitätsklinik in Berlin. Im November 1887 wurde er von Kaiser Wilhelm I. mit der Behandlung des in San Remo krank liegenden Kronprinzen Friedrich, des späteren Kaisers Friedrich III., betraut. Bei diesem zeigte sich 1887 ein schweres Halsleiden, das die deutschen Ärzte bald als Kehlkopfkrebs erkannten. Da der hinzugezogene englische Spezialist Morell Mackenzie die Diagnose bestritt, erfolgte die Operation nicht rechtzeitig. Bramann führte am 09.02. 1888 unter schwierigen Verhältnissen einen Luftröhrenschnitt am Kehlkopf (Tracheotomie) aus, der nur vorübergehend eine Erleichterung brachte; am 15. Juni verstarb der inzwischen seinem Vater nachgefolgte Kaiser Friedrich III. in Potsdam.

Im Juli 1888 habilitierte sich Bramann in Berlin, wurde 1889 außerordentlicher und im März 1890 als Nachfolger von Richard von Volkmann ordentlicher Professor und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik in Halle. Hier wirkte er mit großem Erfolg als Arzt und akademischer Lehrer. Seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Gehirnchirurgie fanden die Anerkennung der Fachwelt. Kaiser Wilhelm II. verlieh ihm am 18. Dezember 1890 den erblichen Adel.

Bramann war verheiratet mit Selma von Trochin; aus dieser Ehe gingen vier Söhne hervor, von denen zwei im Ersten Weltkrieg fielen. Er starb am 26.04.1913 in Haale/Saale.] Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Stadtgottesacker in Halle, wo sein aufwendig gestaltetes Grab heute noch erhalten ist. Der Kreis Darkehmen ehrte ihn 1938 duch die Umbenennung seines Geburtsortes Szameitschen in Bramannsdorf.

Lit.: Altpreußische Biographie, Bd. 1, Marburg/Lahn 1974, S. 76. – Heinz Gehrke: Ernst von Bergmann, in: Berlinische Lebensbilder. Mediziner, Berlin 1987, S. 191-202, hier besonders S. 197-199. Hallesches Akademisches Vademecum, Bd. 1, Halle/S., S. 1910. Angerapper Heimatbrief 1971, S. 5ff.

Bild: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Harro Kieser auf http://www.ostdeutsche-biographie.de/bramfr04.htm.

 

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Seite erstellt: 12.01.10

zuletzt geändert: 19.12.11