Familie von Rapp

 

Die Familie von Rapp oder von Rappe war schon zur Zeit des Ritterordens nach Preußen gekommen.

"Für den ältesten bekannten Rapp gibt Galandi Tolsen als Stammsitz an. Sein Sohn Eustachius besaß daneben Rolloffen, und erst dessen Enkel, Christoph, erwarb von seinem Schwiegervater von Kreutzen die Angerapper Begüterungen und erhielt von ihnen das Patronatsrecht über die Kirche. Christoph von Rappe war am 25.11.1566 geboren und starb am 21.07.1619. Er war Kanzler von Preußen und vermehrte den Familienbesitz so sehr, daß an die 20 Güter ihm gehörten. Er hatte aber auch neun Kinder, von denen das fünfte, gleich ihm Christoph genannt, die Angerapper Begüterungen erbte. Aber neben den Angerapper Gütern gehörten Christoph dem Jüngeren auch wieder noch andere Begüterungen; auch war er Pfandherr auf Caymen und Poln. und Dän. Major, und es ist nicht bekannt, ob er viel in Angerapp gewesen ist. Er starb, 50 Jahre alt, am 27.11.1657, und von seinen acht Kindern erbte zunächst der dritte Sohn, wieder ein Christoph, der aber unvermählt am 16.4.1674, noch nicht ganz 26 Jahre alt, gestorben ist. Angerapp fiel nun an den ältesten, Joh. Friedrich, Poln. Oberstleutnant und Kammerherr, dem auch Budschen und Wolfshöfen gehörten, und der 1692 starb. Seine Frau, Juliana Christina, geb. von Kospoth, heiratete nach seinem Tode den Oberstlt. Wolf Christian von Schlieben auf Dombrowken. Die Angerapper Begüterungen fielen aber an die Söhne aus erster Ehe, von denen zunächst Carl Ehrenreich (geb. 1675) das Erbe antrat. Er verkaufte 1704 aber die Begüterung an seinen Bruder Joh. Christoph - der Vormund dieser Söhne des verstorbenen Joh. Friedrich, Herr von Schlieben aus Dombrowken, hatte es früher mit ihnen sehr schwer gehabt, da über sie viel geklagt wurde, und einer dieser Söhne dürfte wohl der 'tolle Rapp' gewesen sein, der heute noch im Volksmund genannt und gefürchtet sein soll - der jedoch schon 1713 starb, und dessen Witwe alles wieder an Karl-Ehrenreich verkaufte. Es war aber durch die Pest und eine große Feuersbrunst im Jahre 1712 das Gut so geschädigt, daß es nicht mehr gehalten werden konnte: nachdem es vier Generationen hindurch in den Händen des Geschlechts derer von Rapp gewesen war, wurde es 1726 im Konkurs verkauft und kam in eine neue Familie."

(Helmut Walsdorff: Die Gruft in der Kirche zu Schabienen, in: Heimatkundliche Blätter Nr. 21 v. 25.10.1934, S. 141f.)

 

Seite erstellt: 16.01.10

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