Ernst von Saucken – ein ostpreußischer Maler

Ernst von Saucken wurde am 26. September 1856 auf dem Gut seines Vaters, Tataren im Kreis Darkehmen/Angerapp geboren. Dort wuchs er mit vier Geschwistern in der Abgeschiedenheit der ostpreußischen Landschaft auf, der er stets verbunden war. Seine Ahnen entstammen dem Volksstamm der Pruzzen, der dem Land auch den Namen „Preußen“ gab.

Er war ein begabter Zeichner. Seine Liebe zur Natur ließ ihn schon früh seine Umgebung auf Papier festhalten. Seine Eltern förderten sein Talent. Er besuchte die Malerakademie in Düsseldorf, in Königsberg spezialisierte er sich im Pferdemalen; seine Lehrer waren Christian Körner und der bekannte Pferdemaler Karl Steffeck.

In der Stille des elterlichen Gutshofes entstanden graziöse Vogelaquarelle, Ölbilder mit Kühen auf der Weide, Bauern mit Pferd und Pflug, Windhunde und Hasen z.T. in winterlicher Landschaft, und immer wieder Pferde, mit eleganten Kutschen und mit Damen im Sattel: Bilder aus einer versunkenen Welt, die einem heute wie Zeugen des ewigen Friedens erscheinen.

Ernst von Saucken war in seinem künstlerischen Schaffen sehr vielseitig: Aus Wachs modellierte Tiere dienten den Kindern seines Bruders als Spielzeug; Porträts von Familienangehörigen und solche, die er im Auftrage malte, gehören ebenso wie ein Reliefporträt seiner Mutter zu seinen besten Werken.

Sein Wirkungskreis war jedoch seine engere Heimat. Nach Boetticher: „Malerwerke des 19. Jh., II/2“ von 1901 war er als „Landschafts- und Jagdmaler“ aber auch auf Kunstausstellungen vertreten, überwiegend bei Schulte in Berlin, auch in München und Hannover. Seine Bilder wurden von den Kunstkritikern stets lobend erwähnt, so auch von dem bekannten Ludwig Pietsch.

Mit dem Untergang Ostpreußens gingen leider auch zahlreiche seiner Werke verloren. Einige der noch erhaltenen sind in der Ostdeutschen Galerie in Regensburg archiviert. Sie sind somit künstlerische Dokumente von Landschaft und Leben im damaligen Ostpreußen geworden.

Ernst von Saucken blieb stets seinem Grundsatz treu: Kunst ist höchste Ordnung, und das Handwerk steht am Anfang jeder Kunst, die Kunst aber steht am Ende jeden Handwerks. – Unverheiratet starb er am 12. Dezember 1920 in Berlin und fand im Erbbegräbnis seiner Familie in Tataren seine letzte Ruhe.

 

Quellen: Mitteilungen Dr. K.-Otto von Saucken, Rheinbrohl;

Thieme-Becker, Bd. 29, S. 489f.

 

Abdruck aus Angerapper Heimatbrief. Nachrichten aus Stadt und Kreis Angerapp/Darkehmen (Ostpr.) und der Patenstadt Mettmann. Dezember 2002, S. 136

 

Seite erstellt am 04.11.2008

zuletzt geändert: 12.11.2009