Familie von Saucken

Die Familie v. Saucken erscheint seit dem 15. Jahrhundert im Besitz des Gutes Wickerau im Kreise Pr.-Holland (Provinz Ostpreußen). Ernst Christoph von Saucken (1758–1817) siedelte 1796 nach dem neu erworbenen Gut Tarputschen im Kreise Darkehmen über und verkaufte 1808 Wickerau. Seine Gattin Amalie (1764–1833), eine Tochter des Kriegsraths Austin in Gumbinnen, hatte er im Hause ihres Schwagers, des Kriegsrats von Fahrenheid-Beynuhnen, kennen gelernt. Von den Kindern dieses Ehepaares sind zwei, Ernst und August, als Führer der Konstitutionellen Partei in Deutschland bekannt geworden (eine Tochter, Amalie, 1794–1858, vermählte sich mit dem späteren General v. Weyrach).

Drei Söhne der Brüder Ernst und August von Saucken folgten ihren Vätern als lokale Meinungsführer nach und vertraten die Wahlkreise im Südwesten Preußisch-Litauens im preußischen Abgeordnetenhaus und später auch im Reichstag jahrzehntelang als liberale Abgeordnete. Der Fortschrittspartei (und dann ihrem Nachfolger, der Deutschen Freisinnigen Partei) hatten sich auch die drei jüngeren Sauckens angeschlossen.1)

Dabei handelt es sich um:

Carl von Saucken (1822-1871), Sohn von Ernst2)

Constanz von Saucken (1826-1891), Sohn von August3)

Kurt von Saucken (1825-1890), Sohn von Ernst4). Er hatte verschiedene Funktionen und Ehrenämter inne.5)


Quellen:

1) Gerhard Lehmbruch: Mentalitäten, soziale Strukturen und regionale politische Kulturen im ländlichen Protestantismus Ostpreußens. Vorbemerkungen zu den Lebenserinnerungen des Pfarrers Friedrich Wilhelm Müller (1863-1941), in: Altpreußische Geschlechterkunde. Neue Folge. Bd. 40 (2010), S. 8

2) Bernd Haunfelder: Bibliographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849-1867. Düsseldorf 1994, S. 219 Nr. 1417

3) ebd., S. 219 Nr. 1418

4) ebd., S. 220, Nr. 1420; Max Schwarz: MdR. Biographisches Handbuch der Reichstage. Hannover 1965, S. 445-446; Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 53. Leipzig 1907, S. 717

5) Landesdirektor von Ostpreußen (1878-1884), Hauptvorsteher des Landwirtschaftlichen Zentralvereins für Litauen und Masuren, Mitglied des Deutschen Landwirtschaftsrats, Mitglied des Preußischen Landes-Oeconomie-Collegiums (zit. nach Lehmbruch, s. Fn. 1)

 

Seite erstellt: 02.01.10

zuletzt geändert: 14.11.10